AktuellesSchieflage

Mit der Pisastudie werden die Leistungen von Schülern regelmäßig länderübergreifend verglichen.
Mit der Pisastudie werden die Leistungen von Schülern regelmäßig länderübergreifend verglichen. (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Eigentlich haben der Schiefe Turm von Pisa und der Pisa-Test an Schulen nichts miteinander zu tun. Eine Gemeinsamkeit gibt es aber doch.

Von Nina Himmer

Das eine ist eine Stadt mit einem windschiefen Wahrzeichen in Italien, das andere eine Abkürzung für eine Bildungsstudie. Alle drei Jahre werden dabei die Leistungen von Schülerinnen und Schülern aus 81 Ländern überprüft und verglichen. Wie gut können sie rechnen? Lesen? Wie sieht es mit den Naturwissenschaften aus? Dieses Jahr hat Deutschland so schlecht abgeschnitten wie noch nie. Sind deutsche Kinder also irgendwie dümmer als andere? Das ist natürlich Quatsch. Dass die Ergebnisse so miserabel ausfallen, liegt vor allem am Bildungssystem. Unsere Schulen waren während der Pandemie lange geschlossen und hinken bei der Digitalisierung massiv hinterher. Die Lehrpläne sind überfrachtet und veraltet, es mangelt an guten und regelmäßig fortgebildeten Lehrkräften und jedes Bundesland macht sein eigenes Ding. Außerdem sind die Bildungschancen in Deutschland sehr ungerecht verteilt. Kinder, deren Muttersprache eine andere als Deutsch ist oder die zu Hause beim Lernen nicht gut unterstützt werden, schneiden oft schlechter ab. All diese Probleme sind schon sehr lange bekannt. Und es ist mindestens so schräg wie der Turm von Pisa, dass es Deutschland seit vielen Jahren nicht gelingt, da endlich nachzubessern.

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