AktuellTerrorgruppe

Nach ihrer Festnahme durchsuchte die Polizei Daniela Kletts Wohnung in Berlin. Mehr als 30 Jahre lang war die Terroristin untergetaucht.
Nach ihrer Festnahme durchsuchte die Polizei Daniela Kletts Wohnung in Berlin. Mehr als 30 Jahre lang war die Terroristin untergetaucht. Annette Riedl/dpa

Mehr als 30 Jahre lang hat sich eine Terroristin vor der Polizei versteckt. Diese Woche aber wurde sie in Berlin festgenommen. Wie es dazu kam.

Von Nina Himmer

SZ bei Google bevorzugen

Anfang der Woche blinkte auf vielen Handys eine Eilmeldung auf, wie sie Medien nur bei sehr wichtigen Nachrichten verschicken. Darin stand, dass Daniela Klette verhaftet wurde. Der Name allein sagt vielen wahrscheinlich gar nichts. Die drei Buchstaben aber, mit denen er in Verbindung steht, kennen fast alle: RAF. Sie sind eine Abkürzung für "Rote Armee Fraktion". Das ist der Name einer linksradikalen Terrorgruppe, die vor mehr als 50 Jahren anfing, Anschläge in Deutschland zu verüben. Sie wollte damit gegen Kapitalismus und staatliche Macht kämpfen. Die Gruppe hat zum Beispiel Kaufhäuser angezündet, Banken überfallen, wichtige Personen aus Wirtschaft und Politik entführt und getötet und Bombenanschläge auf Militäreinrichtungen verübt. Mehr als 30 Menschen hat die RAF umgebracht, etwa 200 wurden bei ihren Aktionen verletzt. Das ist lange her, 1998 löste sich die Gruppe auf. Viele ihrer Mitglieder wurden verhaftet, andere nie gefunden. Auch Daniela Klette hat sich Jahrzehnte vor der Polizei versteckt, sie lebte mit falschem Namen und Pass in Berlin. Am Ende war es wohl ein Hinweis aus der Bevölkerung, der die Polizei auf ihre Spur brachte. Nun muss sie sich wegen versuchten Mordes und einer Serie schwerer Raubüberfälle verantworten. Für Polizei und Politik ist die Festnahme ein wichtiges Signal: Terroristen dürfen sich in Deutschland niemals sicher fühlen - auch dann nicht, wenn ihre Taten lange her sind.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: