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Glücklich über das gute Ergebnis: Donald Tusk gilt als sehr europafreundlicher Politiker.
Glücklich über das gute Ergebnis: Donald Tusk gilt als sehr europafreundlicher Politiker. (Foto: Omar Marques/Getty Images)

Polen bekommt wohl eine neue Regierung. Warum das eine gute Nachricht für Europa ist - und wieso die Sieger gleichzeitig die Verlierer sind.

Von Nina Himmer

Der Zweite ist der erste Verlierer, heißt es oft. Abgesehen davon, dass dieser Spruch ziemlich fies ist, zeigen die Parlamentswahlen in Polen auch: völliger Quatsch. Dort verkündete Kandidat Donald Tusk nach der Wahl: "Ich war noch nie so glücklich über Platz zwei." Will er etwa nicht gewinnen? Doch. Und im Grunde hat er das auch. Zwar wurde seine Partei, die Bürgerkoalition KO, mit 30,7 Prozent nur zweitstärkste Kraft. Sein Gegner, die konservative PiS-Partei, landete dagegen mit 35,4 Prozent auf Platz eins. Doch beide könnten nicht alleine regieren, dafür fehlt ihnen die nötige Mehrheit. Der entscheidende Unterschied ist: Die KO-Partei hat mehr Freunde, mit denen sie sich zusammentun kann. Koalition nennt man ein solches Bündnis in der Politik. Zusammen mit der Linken und der Partei Dritter Weg kommt sie auf mehr als 50 Prozent. Der Machtwechsel wird also kommen. Für Europa ist das eine gute Nachricht: Donald Tusk war einst Präsident des Europäischen Rates und ist ein großer Fürsprecher Europas - ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der mit der Schwächung der Gerichte, der Einschränkung von Frauenrechten und seinen Blockaden bei Umwelt- und Migrationsfragen der EU oft Kopfschmerzen bereitet hat.

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