Die Mängelliste ist fast so lang wie eine Rolle Klopapier, und damit geht es auch schon los: Das fehlt nämlich oft auf Schultoiletten. Genauso wie Handtücher, Seife, Klobürsten, abschließbare Türen und Privatsphäre. Wie soll man in Ruhe aufs Klo gehen, wenn jemand von oben oder unten in die Kabine gucken kann? Dazu ist es oft dreckig, stinkig, verstopft, vertropft oder verschmiert. Was die meisten Schülerinnen und Schüler aus dem Alltag kennen, hat nun eine Studie bestätigt: Die Deutsche Toilettenorganisation (ja, die gibt es wirklich) hat gemeinsam mit der Uni Bonn Schulklos in Berlin genauer unter die Lupe genommen und rund 950 Schülerinnen und Schüler befragt. Die Ergebnisse sind miserabel: 85 Prozent meiden Schultoiletten, vor allem für das große Geschäft. 46 Prozent wollen nicht einmal zum Pinkeln aufs Schulklo gehen. Und jede vierte Schülerin, jeder vierte Schüler trinkt und isst in den Pausen weniger, um nicht dringend zu müssen. Was also könnte helfen? Als ersten Schritt empfiehlt die Organisation, dass die Toiletten zwei- statt einmal täglich geputzt werden, auch während der Unterrichtszeit. Wenn sich Reinigungskräfte und Schülerinnen und Schüler ab und zu treffen, achten sie mehr auf Sauberkeit. Außerdem sollen sie in die Gestaltung der Schulklos einbezogen werden. Die Idee: Was man selbst gestaltet hat, behandelt man pfleglicher. Aber auch mehr Toiletten und eine umfassende Sanierung sind vielerorts nötig. Da ist die Politik gefragt. Wie würde dein Traum-Schulklo aussehen?
AktuellKlostudie

Eine neue Studie zu Schultoiletten in Berlin zeigt: Die Situation ist im wahrsten Sinne des Wortes beschissen. Ändert sich nun etwas?
Von Nina Himmer