Zufriedenheit im Job Frauen fühlen sich zu wenig wertgeschätzt

Dass junge Frauen der Familie zuliebe aus erfolgreichen Karrieren aussteigen, ist nichts Neues. Die Soziologin Christiane Funken von der Technischen Universität Berlin hat allerdings festgestellt, dass auch ältere Frauen, die hohe Führungspositionen erreicht haben, auffallend häufig die Lust an der Arbeit verlieren. "Karrierekorrekturen beruflich erfolgreicher Frauen in der Lebensmitte" heißt die Studie, für die Funken im ganzen deutschsprachigen Raum Managerinnen um die 50 befragt hat. Das Ergebnis: Praktisch alle Befragten fühlten sich in ihren Unternehmen nicht genügend wertgeschätzt.

"Diese Frauen sind hochqualifiziert und arbeiten extrem viel, trotzdem werden sie an den wichtigen Entscheidungen nicht beteiligt und leiden unter der Fremdbestimmung", sagt Funken. 30 Prozent der befragten Managerinnen wollen daher möglichst bald aussteigen, um sich selbständig zu machen oder ein Ehrenamt auszuüben, das sie sinnvoller finden als ihr Hamsterrad.

Der Wunsch nach Downshifting wird weit öfter geäußert als verwirklicht. Das hat vor allem finanzielle Gründe. Trotzdem könnte der Trend in den Unternehmen langfristig etwas ändern, meint Kienbaum-Berater Achim Mollbach. Gerade die Leistungsstärksten würden sich ihren Arbeitgeber nämlich zunehmend nach zwei Kriterien aussuchen: zum einen nach den Gestaltungsmöglichkeiten und interessanten, sinnvollen Aufgaben, zum anderen nach Anreizen wie flexiblen Arbeitszeiten. Unternehmen, die beides nicht böten, sagt Mollbach, "werden es künftig schwer haben mit dem Recruiting".