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Work-Life-Balance:"Mittwoch um 21 Uhr hätte ich noch ein Zeitfenster"

Party oder Job - was kommt an erster Stelle? Wie man Freunde, Familienplanung und Job unter einen Hut bekommt.

"Mittwoch nach 21 Uhr hätte ich wohl noch ein Zeitfenster offen" - einer dieser schauderhaften Sätze, die einen willkommen heißen in einer Welt, in der die Verabredung zum Feierabendbier zum Termin-Geschacher gerät. Gerade Jobanfänger überbieten sich gerne darin, wer das Büro als Letzter verlässt oder die meisten Wochenenden durcharbeitet. Sie stürzen sich mit Euphorie in ihre Ausbildung oder in den ersten Job, hungrig nach Erfolg. Aber sind das nicht auch genau die Jahre, in denen man sich, endlich weg von zu Hause, austoben will?

Work-Life-Balance Disko Arbeit Privatleben, ddp

Abends in die Disko: Es ist ein Kunststück, die Karriere immer im Blick zu haben und trotzdem ordentlich zu feiern.

(Foto: Foto: ddp)

Die Altersgruppe der Unter-30-Jährigen ist die einzige, die im Job kompromisslos vorwärts drängt - allen anderen Altersgruppen sind Freunde, Familie, Spaß und Muße wichtiger. Das hat eine Studie des Bonner Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft im vergangenen Jahr ergeben. Dieser Hunger, dieses kompromisslose Streben bringt einen beruflich weiter. Aber zum Leben gehört mehr: Freizeit, Freunde und für die große Mehrheit auch eine eigene Familie.

Ausnahme Weihnachtsfeier

Deutsche Unternehmen erkennen zunehmend, dass die Harmonie zwischen Privatleben und Job auch für sie Vorteile hat: Die Mitarbeiter sind produktiver, zufriedener und motivierter, sie fehlen seltener und fühlen sich mit ihrer Firma stärker verbunden. Das hat zum Beispiel das Forschungszentrum für familienbewusste Personalpolitik in einer repräsentativen Erhebung in tausend Unternehmen herausgefunden.

Harmonie zwischen Privatleben und Arbeit - dabei denken die meisten Chefs vor allem an die Vereinbarkeit von Karriere und Familienplanung, auf dem Gebiet ist in den letzten Jahren ganz schön viel passiert. Das Kunststück, die Karriere immer im Blick zu haben und trotzdem ordentlich zu feiern und die Freunde nicht zu vernachlässigen, muss man allerdings selbst auf die Reihe kriegen.

Außer einer Weihnachtsfeier, auf der die Belegschaft die Chance nutzt, sich hemmungslos auf Firmenkosten zu betrinken und nach der man sich verschämt ins Büro schleicht, tun Arbeitgeber in der Regel wenig, um das Sozialleben ihrer Mitarbeiter spannend zu machen. Modelle wie Teilzeitarbeit oder Sabbaticals, mit denen mehr Zeit fürs Private bleibt, sind nicht wirklich interessant, wenn man gerade erst loslegt.

Auf der nächsten Seite: Warum Blaumachen leider nur selten eine Option ist - und wie man sich fühlt, wenn man um vier Uhr morgens ins Bett getorkelt ist und um neun wieder am Schreibtisch sitzt.

Party-Ankündigungen

"Tschuldigung für Lärm!"