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Wiedereinstieg ins Berufsleben:Was das Ehrenamt über den Bewerber aussagt

Doch nicht immer wird von Personalverantwortlichen ein ehrenamtliches Engagement nur positiv bewertet. Tina Mayer, Business-Coach mit langjähriger Erfahrung im Personalmanagement großer Konzerne, erklärt die potenzielle Ehrenamt-Falle: "Es hängt davon ab, was der Lebenslauf insgesamt aussagt: Wenn jemand wahnsinnig große Pausen in seinem Lebenslauf hat und währenddessen ein Ehrenamt nach dem anderen übernommen hat, dann könnte man eher den Eindruck gewinnen, der weiß nicht, was er will und dümpelt nur so vor sich hin."

Man sollte darauf achten, dass das Ehrenamt auch das aussagt, was man damit kommunizieren will: "Wenn ich keine Linie in dem Lebenslauf eines Bewerbers sehe, dann überlege ich erst mal lange, ob ich den überhaupt einlade. Wenn ich es dann doch tue, dann will ich auch eine Erklärung für die Kurven und Lücken bekommen, die mich befriedigt."

Die ursprüngliche Motivation nicht vergessen

Wer mit seinem ehrenamtlichen Engagement bei Personalern Punkte machen will, der sollte strategisch vorgehen. Idealerweise sollte man sich in dem Bereich engagieren, der etwas mit dem Beruf zu tun hat oder in dem man arbeiten möchte. Wenn man zum Beispiel in der Personalabteilung eines Konzerns gearbeitet hat, und dann in einer Arbeitspause Jugendliche oder Migranten dabei berät, wie sie sich erfolgreich für einen Job bewerben können, dann sagt das viel über die Motivation eines Bewerbers aus und wird von Personalverantwortlichen sehr positiv bewertet.

Doch vor lauter strategischer Bedenken sollte man nicht vergessen, warum man sich eigentlich auf ein Ehrenamt einlässt: Um sich solidarisch in der Gesellschaft einzubringen und weniger Privilegierten zu helfen. Wenn man daraus einen Nutzen für die eigene Erwerbsbiografie ziehen kann, umso besser. Doch der Lebenslauf als einzige Motivation für ein Ehrenamt kann nicht funktionieren - und sollte es auch nicht.