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Wiedereinstieg in den Beruf:Zuhause geht die Arbeit weiter

Für viele junge Eltern ist aber nicht nur die gefühlte Überforderung im Job ein Grund für ihre Unsicherheit, sondern vor allem auch die Doppelbelastung. Denn daheim wartet nicht mehr nur das Sofa auf sie, sondern ein Kind, um das sie sich kümmern müssen und auch wollen. Die eigentliche Entspannungsphase im Feierabend schiebt sich so immer weiter nach hinten. "Vorher kam man nach Hause und konnte abschalten; das ist mit einem Kind so nicht mehr möglich", sagt Hagemann. Die Rahmenbedingungen sind andere geworden, man ist zeitlich stärker gebunden oder auch an einen bestimmten Ort.

"Vor dem Hintergrund von Kita-Öffnungszeiten, Anforderungen in der Schule und den Bedingungen am Arbeitsmarkt sind Vollzeitjobs meist keine Option", analysiert Cornelia Spachtholz. So entschieden sich viele junge Eltern zunächst für ein Teilzeitmodell, auch um Zeit mit den Kindern zu verbringen. Teilzeitjobs genießen im Vergleich jedoch eine geringere Reputation. "Wer Teilzeit arbeitet, dem wird unterstellt, keine Karriereambitionen zu haben", sagt sie. Und dem werden mitunter nur noch langweilige Aufgaben zugeteilt. Kommt es dadurch zu Unterforderung oder gar Frustration im Job, sollten dem Arbeitgeber Lösungsvorschläge präsentiert werden.

Ein klares Tätigkeitsprofil hilft

Für Personalberaterin Christiany-Sambeth gilt: "Ein klares Tätigkeitsprofil könnte hier schon helfen." Eine Option sei außerdem eine Teilzeitstelle mit längerer Wochenarbeitszeit. Professor Hagemann empfiehlt 80 Prozent der regulären Arbeitszeit. "In Zeiten des Fachkräftemangels denken hier viele Unternehmen schon um und kommen dem Arbeitnehmer entgegen".

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Dazu kommt, dass man im Job von den in der Familienpause erworbenen Fähigkeiten durchaus profitieren kann. Elternzeit verändert die Persönlichkeit. "Es relativiert, schult die Organisationsfähigkeit, sensibilisiert den Blick für die Bedürfnisse anderer", so Beraterin Christiany-Sambeth.

Doch der veränderte Blick führt bisweilen noch weiter: "Es kann auch ein Motivationsverlust einsetzen, ein kritisches Hinterfragen des Berufs", sagt Hagemann. So steigt mancher Berufsrückkehrer bald darauf wieder aus seinem Job aus. Die Entscheidung für einen beruflichen Neuanfang muss jedoch gut überlegt und gut geplant sein. Dazu gehört für Hagemann, sich umfassende Informationen einzuholen und Beratung und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das reiche von der Analyse der persönlichen Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten über die Wünsche der Familie bis hin zu den Möglichkeiten sowie Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt. In bestimmten Fällen empfiehlt es sich dann, mit dem Neustart noch einige Jahre zu warten.

Die meisten Jungeltern merken nach der schwierigen Anfangsphase aber ohnehin: Die Unsicherheit vergeht, wenn man die erste Eingewöhnungsphase überstanden hat. Und wenn dann eine zweite oder dritte Unterbrechung ansteht, kann man die schon um einiges souveränder meistern.