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WG-Zettel:"Entweder ich ziehe aus oder DU!"

In manchen WGs sind die Mitbewohner so verkracht, dass sie nur noch mit Zetteln kommunizieren: eine Sammlung subtiler Botschaften aus dem WG-Alltag.

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Fast jeder Student wohnt auf dem Weg zu Bachelor und Master einmal in einer Wohngemeinschaft: Er teilt sich Küche, Bad und Kühlschrank mit Menschen, die er nach wenigen Wochen schon besser kennengelernt hat als seine eigene Familie. Dabei erfährt man als Mitbewohner auch so manches, was man eigentlich gar nicht wissen wollte. In einigen Wohngemeinschaften führt das zur kompletten Zerrüttung - so dass die Mieter nur noch mit der Hilfe von Zetteln und kurzen Botschaften miteinander kommunizieren.

Die Art Directorin Oonagh O'Hagan hat solche Zettel aus zahlreichen WGs gesammelt: Oft geht es dabei ums Putzen, um die Miete oder die zu hohe Telefonrechnung. Manchmal zeigen die Botschaften einfach nur, mit welchen absonderlichen Typen man seine Bleibe teilt. sueddeutsche.de zeigt die gruseligsten und skurrilsten Dokumente aus den deutschen Wohngemeinschaften:

"Ich schulde dir: 2 Scheiben Brot 1 Portion Müsli Kann ich anschreiben, ja?"

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In einer Wohngemeinschaft kann man sich lange nicht so frei und ungezwungen bewegen wie in seinem eigenen Appartment. In dieser WG hat die Tatsache, dass eine Mieterin ungeschminkt den Flur hinunter gelaufen ist, fast ein Blutvergießen ausgelöst:

"Du hast gesehen, wie ich morgens aussehe, bevor ich ins Bad gehen konnte - es gibt also nur eine Lösung: Ich werde dich TÖTEN müssen. gez. Julia"

"Mach keinen Quatsch..."

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In dieser WG führte der Besuch von Freunden und Freundinnen, die auch mal über Nacht blieben, offenbar zu ständigen Diskussionen. Ein besonders gläubiger Mitbewohner wusste sich irgendwann nur noch mit einem privaten Kreuzzug zu helfen, der diese Nachricht provozierte:

"Hallo, ich werde meine Weltanschauung nicht in Frage stellen, nur weil du fotokopierte Seiten aus der Bibel in der Küche auslegst und an den Kühlschrank klebst. Hör bitte auf, mich und die anderen Mitbwohner zu missionieren!"

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Der Klassiker unter den WG-Botschaften: "Entweder ich ziehe aus oder DU!"

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Hier hat sich jemand wirklich Mühe gegeben: Diese Nachricht wurde nicht nur ausgedruckt, sondern war auch in Klarsichtfolie eingeschlagen.

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Das Gegenteil von Gut ist Gut gemeint:

"Vorsicht, Klaus! Geh auf keinen Fall in die Küche!!! Ich wollte Karamellpudding machen und hab eine Dose Kondensmilch auf den Herd gestellt. Dummerweise ist sie explodiert und hat so eine Zuckerpampe in der ganzen Küche verteilt. Das Scheißzeug klebt jetzt überall! Der Vermieter sagt, dass wir alles renovieren müssen... Es tut mir so leid - ich wollte doch nur einen Nachtisch für deinen Geburtstag machen. Zum Glück ging das Ding in die Luft, als ich gerade im Supermarkt war... U."

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Doch es gibt auch WGs, in denen die Mitbewohner ein geradezu zärtliches Verhältnis zueinander pflegen:

"Hallo Süßer! Bist du öfter hier? Ach ja, richtig, du wohnst HIER! Da hab ich aber Glück..."

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Hier hat sich offensichtlich eine Mitbewohnerin eingebildet, auch sie würde locker in Kleidergröße 36 passen:

"Beim nächsten Mal FRAG mich, bevor du dir was von meinen Sachen nimmst! Mein Kleid ist total ausgeleiert, nachdem du es dir über deinen dicken Arsch gezogen hast. Du bist eine der größten Egoistinnen, die ich jemals kennen gelernt habe!!"

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Das Problem, dass sich andere ungefragt an seinem Eigentum vergreifen, hat auch ein Mitbewohner dieser WG gehabt - und deshalb auf sehr penetrante Weise sein Revier markiert:

"Würdest du bitte damit aufhören, überall deine 'Meins'- und 'Finger weg, du Arsch'-Zettelchen draufzukleben?! Vielleicht leidest du ja an einer Eigentums-Neurose, aber ich kann dir versichern, dass ich nicht an deinem Zeug interessiert bin."

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Offensichtlich hat Julius nach seinem gemütlichen Fernsehabend vergessen, seine DVD wieder aus dem Player zu nehmen:

"Ich hab 'Jetzt wird es schmutzig 4" in dein Zimmer aufs Bett gelegt."

Mitbewohnerin Johanna klebte diesen Zettel gut und für alle sichtbar in die Küche.

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"Hi Matthes,

die Leute vom Zoo haben angerufen: Du musst bis 20 Uhr wieder zurück sein. Die machen dann zu. Viele Grüße Tom"

Nicht besonders subtil - aber vermutlich effektiv.

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Die Mutter dieses Mitbewohners hat offensichtlich einmal zu oft in der WG angerufen:

"Hier hast du ein paar Briefmarken. Schreib Deiner Mutter! Sie ruft ständig an & fragt nach Dir."

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Das häufigste Konfliktthema in Wohngemeinschaften ist die Miete: Wer zahlt wann wie viel an wen - oder auch nicht?

"Ich zahl die Miete - was machst du?! Meine Wohnung ist kein Obdachlosenheim, also sei so nett und überweis endlich die Kohle!"

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Auch das gemeinsame Badezimmer sorgt gelegentlich für Streit. Üblicherweise geht es darum, Haare aus dem Abfluss zu entfernen oder verstopfte Leitungen von Dreck zu befreien. Dieser Mitbewohner dagegen hat offensichtlich freiwillig das Klo geputzt - und dabei so starkes Reinigungsmittel verwendet, dass er folgenden Zettel im Bad hinterließ:

"Vorsicht! Ätzende Scheuermilch! Akute Popo-Brandgefahr!"

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Bilder entnommen aus: Oonagh O'Hagan: Ich brauchte den Schinken. WIRKLICH! Aus dem Englischen von Lewis Gropp. © 2008 by Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln.

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