Weiterbildungs-WerkstattViele E-Learning-Varianten

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Hochschulen und andere Bildungsanbieter sammeln zurzeit verstärkt Erfahrungen mit digitalen Formaten wie dem "Flipped Classroom".

Von Johanna Pfund

SZ bei Google bevorzugen

Bisher mussten sich Dozenten keine großen Fragen stellen. Sie konnten einfach 90 Minuten lang eine Vorlesung halten, Folien präsentieren oder Seminare nach bisherigem Muster gestalten. Die Corona-Krise mit ihren Ausgangsbeschränkungen zwingt die Hochschulen nun dazu, in aller Eile ein digitales Angebot zu zaubern, das die gewünschten Studieninhalte vermittelt. Doch die üblichen Formate lassen sich nicht eins zu eins auf E-Learning übertragen, wie Frank Meyer, Leiter des Fortbildungszentrums Hochschullehre an der Uni Bayreuth erläutert. "Wir empfehlen den Lehrenden, über den gewünschten Kompetenzerwerb sowie die Inhalte nachzudenken und zum Beispiel nach 30 Minuten Vortrag Fragen oder Aufgaben einzubauen." Eine Möglichkeit beim E-Learning sei, die Studierenden erst einmal via Erklärvideos mit Wissen zu versorgen. In den möglichen Präsenzphasen sollte man Fragen beantworten und Übungen machen. Eine Form, die sich "Flipped Classroom" nennt, da die übliche Reihenfolge Lehren-Lernen umgedreht wird. Der Vorteil laut Meyer: "Der Lernerfolg ist größer, wenn der Stoff selbst erarbeitet wird." Das bedeute natürlich zunächst einen größeren Aufwand für Lehrende, auch die Studenten müssen sich umstellen. Für Studierende mit Handicap hingegen sei das E-Learning von Vorteil, könnten sie doch unabhängig von Ort und Zeit lernen. Schwieriger wird es mit den ortsunabhängigen Prüfungen. Man könne eventuell über ein Quiz testen. Auch Hausarbeiten sind eine Möglichkeit, erläutert Meyer, doch mit zunehmender Anzahl von Hochschülern werde es eine Herausforderung, richtig zu bewerten. Und von einem rechtlich abgesicherten E-Assessment sei man weit entfernt. Ganz auf Präsenz wird man also wohl nicht verzichten, was Meyer gut findet. Zum einen sei ein guter Tafelentwurf etwas Schönes, und zum anderen: "Menschen sind sozial, das ist ein wichtiger Aspekt beim Lernen."

© SZ vom 08.05.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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