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Weiterbildung:Sprachkenntnisse: ausbaufähig

Vokabeln lernen mit der App oder ganz klassisch im Sprachkurs?

(Foto: Illustration Jessy Asmus für SZ.de)
  • Fremdsprachenkenntnisse sind noch immer eine wichtige Kompetenz im Arbeitsleben.
  • Die SZ stellt verschiedene Angebote vor.

Spanisch, Schwedisch, Japanisch - welche Sprache hat es bei Ihnen nie über das Stadium des guten Vorsatzes hinausgebracht? Vielleicht wollten Sie nach einem holprigen Telefonat Ihr Geschäftsenglisch aufpolieren? Oder endlich mit der neuen Kollegin aus Paris Ihr Französisch verbessern, das Sie seit der Schulzeit nicht mehr benutzt haben? Doch dann kommen der Alltag und der Schweinehund dazwischen, die Audio-CDs verstauben im Schrank, zum Volkshochschulkurs schafft man es genau zwei Mal und vor der Kollegin will man sich dann doch nicht blamieren. Schade, denn noch immer sind Fremdsprachenkenntnisse ein Schlüssel zu beruflichem (und oft privatem) Erfolg. Das gilt umso mehr angesichts der voranschreitenden Globalisierung.

Doch wie lernt man als Erwachsener am besten eine Fremdsprache? Wie kann man sich auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten? Wie frischt man eingestaubtes Vokabelwissen auf? Die gute Nachricht: Noch nie gab es so viel Wissen, so viele Angebote und Möglichkeiten, eine fremde Sprache zu lernen und zu sprechen - dank neurowissenschaftlicher Erkenntnisse, moderner Technik und lang erprobter Didaktik.

Jeder kann Sprachen lernen

"Dafür bin ich zu alt!" - das ist definitiv keine Ausrede. Das bestätigen Erkenntnisse der Neuroforschung. Monique Flecken vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik zufolge macht es zwar durchaus einen Unterschied, ob man als Kind eine Sprache lernt oder als Erwachsener. "Wer als Baby seine Muttersprache lernt, ist eine Art unbeschriebenes Blatt. Bei jeder weiteren Sprache ist dann bereits ein Sprachsystem installiert." Das sei aber nicht unbedingt ein Nachteil: Auf bereits bestehende Sprachwissen könne nämlich zugegriffen werden. "Wörter, grammatikalische Strukturen und Sprachmuster lassen sich auf die Fremdsprache übertragen."

Mit Hilfe von Neurotechnik wie Hirnscannern konnten Forscher nachweisen, dass Mutter- und Fremdsprache in den selben Hirnregionen verarbeitet werden. "Wenn ein niederländischer Muttersprachler ein englisches Wort hört oder spricht, dann wird der Teil des Hirns aktiv, in dem auch Worte der Muttersprache gespeichert und verarbeitet werden", sagt Flecken. Beim Sprechen in einer Fremdsprache seien allerdings noch weitere Hirnregionen aktiv, die ein Kontrollfunktion erfüllen, sagt die Neurobiologin. Je routinierter der Lernende jedoch wird, umso weniger Kapazitäten werden für das Umschalten benötigt, umso flüssiger und müheloser wird die Kommunikation. Bis es so weit ist, bleibt das Sprachenlernen aber vor allem eins: ein Haufen Arbeit.

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