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Weihnachtsfeier im Büro:Papa schmeißt 'ne Party

Kolumne #endlichfreitag

Ho ho ho - oh no: Mancher bereut die Weihnachtsfeier schon, bevor sie überhaupt stattgefunden hat.

(Foto: SZ.de/Katharina Bitzl)

Weihnachtsfeiern sind schon lange nicht mehr das, was Lustreisen für die Versicherungsbranche waren. Der vom Chef bezahlte Exzess ist zur Veranstaltung auf Selbstzahler-Basis geworden.

Job-Kolumne #endlichfreitag

Endlich Freitag. Hochgefühl! Ein letzter Gedanke an die verpatzte Präsentation am Montag, ein Erschauern im Rückblick auf das Get-together am Mittwochabend, schnell noch ein Papierkügelchen in Richtung des Kollegen im Polohemd geschnippt: Was Arbeitnehmer im Büro erleben und warum es immer wieder schön ist, wenn die Arbeitswoche rum ist - darum geht es in der Kolumne #endlichfreitag.

Wie an Silvester steht auch vor jeder Weihnachtsfeier die Frage: "Und, was machen wir dieses Jahr?" In demokratischen Büros folgt dann ein nervenzehrender Antwortfindungsprozess. Egal ob die Entscheidung per Mail-Ping-Pong oder Shared-Document-Monster herbeigezwungen wird - am Ende ist mindestens einer beleidigt. Dabei weiß man aus Erfahrung, dass die Party den Ärger selten wert ist: Bestenfalls endet sie mit einem Kater, im schlechtesten Fall mit Enttäuschung. Und einem Kater.

Gut, in größeren Firmen übernimmt die Geschäftsführung die Suche nach Ort und Unterhaltung. Soll heißen: Meist weibliche Assistenzen müssen in der Vorvorweihnachtszeit diverse Lokalitäten durchtelefonieren. Um dann nach der 23. Absage ("Da rufen Sie jetzt an!? Wir waren schon im April voll.") doch wieder beim Griechen um die Ecke anzufragen ("Ihr seid wie immer unsere erste Wahl.").

"Aber", werden jetzt jene einwerfen, die sich noch im quasikindlichen Stadium der freudigen Erwartung auf den Anlass befinden, "dafür gibt es doch einen Festschmaus, Freigetränke - und überhaupt, wann sitzt man schon mal so nett mit den lieben Kollegen zusammen?" Nun ja, der Reihe nach.

Einmal das Billigste, bitte

Die Weihnachtsfeier ist vielerorts schon lange nicht mehr das, was Lustreisen für die Versicherungsbranche waren. Der vom Chef bezahlte Exzess ist zu einer Veranstaltung auf Selbstzahler-Basis geworden. Maximal ein Getränk geht auf Firmenrechnung - doch ein Blick ins Gesicht des Vorgesetzten genügt, damit es besser nicht der Longdrink für neun Euro ist.

An seinem Fassbier nippend schaut sich der Angestellte also im Lokal um. Sieht die trostlose Deko, bestehend aus einem mit Glitzer bestäubten Weihnachtsstern und Fake-Schnee-Ornamenten am Fenster; sieht die nicht minder trostlosen Gesichter der Kollegen, von denen der eine oder andere unauffällig in der Hosentasche kramt. Wohl in der Hoffnung, dort Kleingeld für ein zweites Bier zu finden, das den knurrenden Magen füllt. Denn eines ist nicht in Sicht: ein üppiges Büfett.

Angeblich ist die Finanzkrise Schuld an der Scrooge'schen Knauserigkeit (der Geizhalz in Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte). Das mag manchmal sogar stimmen, manchmal ist sie auch ein Synonym für: Andere Dinge waren uns dieses Jahr wichtiger, jetzt ist das Budget ausgeschöpft, sorryyy.