Von E-Learning bis Studium Von E-Learning bis zur Fortbildung im Ausland

  • Fernunterricht/E-Learning: Wer nicht die Lust, Zeit oder Möglichkeit hat, sich abends oder am Wochenende in einen Seminarraum an der IHK zu setzen, kann mit ausreichend Selbstdisziplin auch von zu Hause aus lernen und sich Zeit und Lernmaterial selbst einteilen. Inhaltlich ist dabei nahezu alles möglich: vom Sprachkurs für die Krankenschwester, die häufig mit türkischen Patienten arbeitet, bis hin zum Psychologie-Bachelor im Fernstudium. Wie die Weiterbildung zu Hause organisiert ist, hängt vom jeweiligen Angebot an: Oft werden die Lernunterlagen verschickt, daneben gibt es Präsenzveranstaltungen in größeren zeitlichen Abständen zum gemeinsamen Austausch oder für Prüfungen. Stark an Bedeutung gewonnen hat in diesem Zusammenhang das E-Learning: Anstatt regelmäßig Post vom Bildungsanbieter zu erhalten, können sich die Teilnehmer das Material beispielsweise selbstständig via CD-Rom aneignen, auf Lernplattformen herunterladen, sich in virtuellen Klassenzimmern, Foren oder über Chats mit anderen Lernenden austauschen oder den Dozenten Fragen stellen. Wenn das E-Learning zu Hause und der Austausch mit anderen vor Ort zusammenkommen, spricht man auch von Blended Learning. Bei Onlinekursen oder Webinaren kann man dem Dozenten oft auch live übers Internet zuhören, ohne dafür das Haus verlassen zu müssen.
  • Studium für Berufstätige: Für viele Hochschulen ist die kostenpflichtige Weiterbildung Berufstätiger mittlerweile ein wichtiges Standbein. Sie bieten zum Beispiel spezielle Seminare oder Workshops für Führungskräfte an oder richten sich mit Studienangeboten verstärkt an Berufstätige. Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München hat eigene Programme für Fach- und Führungskräfte aufgelegt, etwa Datenanalyse-Kurse für Nicht-Statistiker aus Industrie und Forschung oder Ultraschallkurse für Mediziner. Weit verbreitet sind inzwischen die MBA (Master of Business-Administration)-Studiengänge, mit denen sich angehende Führungskräfte aus verschiedenen Fachbereichen Management-Qualitäten aneignen können. Aber auch anderweitig können sich Arbeitnehmer an den Hochschulen fortbilden, indem sie beispielsweise nach Jahren im Beruf für einen Masterabschluss wieder Vollzeit an die Uni zurückkommen oder indem sie berufsbegleitend studieren. Möglich ist das etwa über ein Teilzeitstudium am Abend und an den Wochenenden oder ein Fernstudium mit einzelnen Präsenzveranstaltungen. Dazu braucht es zwar Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin, aber oft kommt einem der Arbeitgeber auch entgegen, mit Freistellungen oder Arbeitszeitreduzierung. Wer kein Abitur hat, sollte sich davon übrigens nicht abschrecken lassen: Die Hochschulen öffnen sich auch für Berufstätige ohne Hochschulreife, wenn sie beispielsweise einen bestimmten Abschluss wie Meister oder Fachwirt haben oder mit ausreichend Berufserfahrung eine Aufnahmeprüfung oder ein Probestudium bestehen.
  • Staatlich anerkannte Fortbildungen mit Berufsabschluss: Bei verschiedenen Bildungsträgern können Berufstätige auch staatlich anerkannte Berufsabschlüsse über eine Abschlussprüfung erwerben. Bei den Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern, an Fachschulen oder auch bei privaten Instituten kann man sich zum Handwerks-, Industrie- oder Fachmeister fortbilden lassen. Die Vorbereitungskurse, die meist etwa zwei Jahre dauern, firmieren unter dem Begriff Meisterschule, ihr Besuch ist aber für das Ablegen der Meisterprüfung nicht verpflichtend. In kaufmännischen Berufen kann man sich zum Fach- oder später auch Betriebswirt qualifizieren, in technischen zum Staatlich geprüften Techniker. Auf dieser Qualifikationsstufe stehen beispielsweise auch Erzieher, Fachkrankenpfleger oder Fachkaufmann/-frau; für die Ausbildung kann ebenfalls Meister-Bafög beantragt werden.
  • Fortbildung im Ausland: Weiterbildung lässt sich auch gut mit einem Auslandsaufenthalt verbinden. Über neues Fachwissen hinaus können Arbeitnehmer so ihre Sprachkenntnisse und ihre interkulturellen Kompetenzen für den Lebenslauf aufbessern. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Selbstorganisiertes Lernen: Findet eigentlich immer statt, wenn Arbeitnehmer Fachzeitschriften zur Hand nehmen oder Fachbücher lesen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Auch wer sich aus eigenem Antrieb durchs Intranet klickt, um die Power-Point-Präsentation eines verpassten Vortrags nachzulesen, abends an der Volkshochschule Social-Media-Kurse besucht oder im Urlaub nicht am Strand liegt, sondern eine Bildungsreise macht, bildet sich weiter - auch wenn es nicht unmittelbar für den Beruf verwertbar ist. Immer wenn Lernen nicht nur von anderen bestimmt wird, spricht man von selbstorganisiertem Lernen, also beispielsweise auch beim Fernstudium oder beim E-Learning.