Unterschiedlicher Sprachgebrauch im Büro:Frauen denken zu viel

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Doch Fragen stellen müsse kein Fehler sein, sondern sei mutig, sagt Kommunikationsexpertin Claudia Enkelmann aus Königstein im Taunus. Man sei dadurch präsent und lasse sich auf den Gesprächspartner ein. Ein unterschiedliches Kommunikationsverhalten legen Frauen und Männer auch bei der Annahme von Lob an den Tag. "Männer können selbstbewusster etwas annehmen", erklärt Topf. Werden sie für ihre Arbeit gelobt, strecken sie die Brust heraus und denken vollkommen selbstverständlich: "Ja klar, habe ich gut gemacht." Frauen hingegen lehnen Lob in der Regel stärker ab als Männer. "Die meisten Frauen werten das ab", sagt Enkelmann.

Männer reden darüber, was sie geleistet haben. Frauen hingegen arbeiten fleißig und warten ab, dass ihre Leistung entdeckt wird. "Frauen müssen lernen, über ihre Erfolge zu sprechen." Auch mit Kritik gehen Frauen anders um. "Männer haben ein dickeres Fell", sagt Topf. Sie gehen realistischer mit Kritik um. Frauen hingegen trennen die Sach- und Beziehungsebene nicht voneinander. Doch an dieser Stelle müssen sich Frauen ins Gedächtnis rufen, dass Männer einen anderen Sprachgebrauch haben. Sie sagen meist direkt, was sie denken. "Frauen empfinden das als emotionale Kälte", sagt Topf.

Ein Beispiel: Der Chef kommt ins Büro, ohne "Guten Morgen" zu sagen. Frauen zermartern sich daraufhin den ganzen Tag den Kopf, was sie falsch gemacht haben könnten. Doch vermutlich war der Mann einfach nur so beschäftigt, dass er jede Höflichkeit vergessen hat. "Frauen sollten nicht alles persönlich nehmen", sagt Enkelmann.

Die Kommunikations- und Karriereexperten sind sich einig: Die häufigen Missverständnisse zwischen Männern und Frauen im Büro müssen nicht sein. Zuerst müssten beide Geschlechter erkennen, dass Männer und Frauen eine unterschiedliche Sprache haben. Und dann gilt: "Ich kann die Techniken und Regeln des jeweils anderen Kommunikationssystems erlernen", sagt Knaths. Das hilft auch bei der Karriere. "Wenn ich als Frau aufsteigen will, muss ich lernen, zu führen", sagt Enkelmann. Dazu gehört dann auch, von Männern zu lernen und Anweisungen nicht als Bitte zu formulieren.

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