Unternehmensgründung Verloren im Kürzel-Chaos

GmbH oder lieber oHG? Eine gute Idee alleine reicht nicht. Wer ein eigenes Unternehmen gründen will, muss sich auch für die richtige Rechtsform entscheiden. Welche das ist?

Ein Überblick. Von Susanne Klaiber

Manche Deutsche haben geniale Ideen, andere, einfach keinen Arbeitsplatz mehr - also gründen sie ihr eigenes Unternehmen. Jedes Jahr werden in Deutschland zwischen 830.000 und 900.000 Gewerbe angemeldet. Und immer stehen die Gründer vor der schwierigen Wahl, welche Rechtsform für sie die richtige ist. "Die optimale Form gibt es nicht", sagt Markus Neuner, Spezialist der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, "sondern nur die fürs jeweilige Vorhaben sinnvolle." Manchmal müsse man die Form auch wechseln, wenn sich das Unternehmen weiterentwickle. "Die Auswahl ist ja keine Entscheidung fürs Leben."

In welche Richtung soll es gehen? Welche Rechtsform für ein Unternehmen die richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab.

(Foto: DPA/DPAWEB)

Das deutsche Recht differenziert zwischen Einzelunternehmen, Personengesellschaften wie GbR, oHG, KG, GmbH & Co.KG, PartG und Kapitalgesellschaften wie GmbH, UG (haftungsbeschränkt) und AG. "Kapital- und Personengesellschaften unterscheiden sich vor allem in der Besteuerung, der Haftung der Gesellschafter und dem Aufwand für Gründung, in Buchführungs- und Bilanzierungspflichten", erklärt Bernhard Richter, Notar und Rechtsanwalt aus Berlin.

Alle Unternehmenstypen - außer Kleingewerbetreibenden, GbR und PartG - müssen ins Handelsregister eingetragen werden, eine öffentlich einsehbare Liste, die von den Amtsgerichten geführt wird. "Alle eingetragenen Unternehmen unterliegen dem Handelsgesetzbuch und müssen eine doppelte Buchführung mit Jahresabschluss, eine Bilanz, erstellen", sagt Carsten Rothbart vom Deutschen Steuerberaterverband. Dafür nützt ihnen das Register aber zum Beispiel, wenn sie Geschäfte mit ausländischen Partnern machen wollen: "Das ist wie eine Art Pass", sagt Neuner.

Einzelunternehmen (Kleingewerbetreibende und Kaufleute)

Die meisten Selbständigen beginnen als Einzelunternehmer. Sie melden ihr Unternehmen beim Gewerbeamt an, Freiberufler wie Publizisten beim Finanzamt. "Man muss nur vorher prüfen, ob man ein erlaubnispflichtiges Gewerbe betreiben will, also eines, für das der Anbieter zum Beispiel seine Zuverlässigkeit nachweisen muss", sagt Neuner. Dazu zählen zum Beispiel Immobilienmakler, Pfandleiher oder Sicherheitsdienstleister. Außerdem gibt es einige Handwerker wie Maurer, die nur mit Meisterbrief selbständig arbeiten dürfen.

Die Rechtsform des Einzelunternehmens eignet sich für Pläne mit überschaubarem Risiko, denn der Unternehmer haftet mit seinem gesamten Vermögen - bei Insolvenz kann er also auch das private Haus, Grund, Mobiliar und Auto verlieren. Lässt sich ein Einzelunternehmer ins Handelsregister eintragen, trägt er die Bezeichnung eingetragener Kaufmann oder eingetragene Kauffrau, kurz "e. K.".

Kleingewerbetreibende und Freiberufler müssen nicht buchführen, bei ihnen reicht zur Gewinnermittlung eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Einzelkaufleute dagegen müssen eine aufwändigere doppelte Buchführung und eine Bilanz erstellen, "wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Jahren einen Jahresumsatz von mehr als einer halben Million Euro und einen Gewinn von mehr als 50.000 Euro erzielen", sagt Steuerfachmann Rothbart.

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