Überwachung am ArbeitsplatzBig Brother im Büro

Monat für Monat werden neue Bespitzelungsfälle bekannt. Lidl, Telekom und Gerling haben ihre Mitarbeiter heimlich überwacht. Was sich Angestellte von ihren Chefs gefallen lassen müssen - und was verboten ist.

In deutschen Betrieben ist das Misstrauen groß. Monat für Monat werden neue Bespitzelungsfälle bekannt. Nach Lidl und Telekom musste nun auch der Versicherer Gerling einräumen, Mitarbeiter heimlich überwacht zu haben. Die Chefs zeigen sich dabei sehr einfallsreich - aber nicht alles ist erlaubt.

Für Big Brother im Büro hat die Software-Industrie einiges auf Lager, etwa "Orvell Network Edition": Der Monitor zeigt in Echtzeit, was die anderen Computer-Benutzer im Netzwerk momentan auf ihren Bildschirmen sehen. Oder "Spector 360". Dieses Programm nimmt alle Online-Aktivitäten der Mitarbeiter auf: besuchte Internetseiten, gesendete und empfangene E-Mails, Chatunterhaltungen, Tastenanschläge, übertragene Dateien und gedruckte Dokumente.

In Deutschland ist eine Totalkontrolle nur in Ausnahmefällen erlaubt. Sie kann strafrechtlich verfolgt werden, etwa wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes oder Verletzung des Briefgeheimnisses. Was der Chef kontrollieren darf und was nicht - ein Überblick.

Bild: dpa

1. August 2008, 09:552008-08-01 09:55:00 ©