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Typologie der Büroradler:Der Schleicher

Ausstattung: Ein Oldtimer-Fahrrad mit Rücktrittbremse, das 1963 auf dem Flohmarkt in Bad Vilbel erstanden wurde. Gangschaltung gibt es nicht, aber mit Sicherheit eine Weinkiste, die aus Gründen des Understatements als Fahrradkorb dient. Man kann auch eine Wolldecke reinlegen, falls man auf dem Weg zur Arbeit kurz mal eine Pause braucht.

(Foto: iStockphoto; Illustration Jessy Asmus)

Fahrstil: Das Leben wird immer schneller, unübersichtlicher, überfrachteter? Stimmt nur bedingt. Der Schleicher fährt gerne in der Mitte des Fahrradwegs, mit kurzen, spontanen Ausschlägen nach links und rechts. Er hat das Höher-schneller-weiter-Gehabe schon kurz nach dem Fahrradkauf, also in den Sechzigern, hinter sich gelassen und nutzt die Zeit im Büro vor allem dazu, sich von den aufreibenden drei Kilometern Arbeitsweg zu erholen. Manchmal plant er auch seine Brückentage.

Natürliche Feinde: Mit dem Raser aus dem Controlling ist er schon mal aneinander geraten (siehe auch: Der Rowdy), aber sonst ist er im Frieden mit sich und dem Verkehr. Das Klingeln der anderen weiß er ja auch konsequent zu überhören.

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