Koalitionsverhandlungen Union und SPD wollen Teilzeit für Eltern attraktiver machen

Gegen den Widerstand der Wirtschaft will die mögliche große Koalition Eltern besserstellen: Diese sollen einen Anspruch auf Befristung ihres Teilzeitjobs bekommen. Die Elternzeit soll flexibler werden.

Union und SPD wollen die Diskriminierung teilzeitbeschäftigter Eltern verhindern. Arbeitnehmer, die ihre Arbeitszeit familienbedingt reduzieren, sollen künftig bessergestellt werden. Das verkündeten Politikerinnen beider Parteien nach Beratungen der Koalitionsarbeitsgruppe Familie, Frauen und Gleichstellung. Gemeinsames Ziel sei es, die verbreitete Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten bei Bezahlung, Qualifizierung und beruflichem Aufstieg zu bekämpfen, sagten CDU-Sozialpolitikerin Annette Widmann-Mauz und SPD-Vize Manuela Schwesig.

"Wir wollen einen Rechtsanspruch auf Befristung der Teilzeit einführen für all diejenigen, die für ihre Kinder oder die Pflege von Angehörigen beruflich kürzer treten", sagte Schwesig. Dieser Anspruch soll im Teilzeit- und Befristungsgesetz verankert werden.

Vertreter der Wirtschaft hatten sich zu einer derartige Regelung skeptisch geäußert. Sie klagen, dass sie so zu einem Aufbau von Arbeitsplätzen gezwungen würden, die sie nicht benötigten.

Union und SPD wollen zudem die 36 Monate Elternzeit flexibler gestalten. Dafür dürfen künftig auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers 24 statt 12 Monate zwischen dem 3. und dem 14. Lebensjahr (bisher 8. Lebensjahr) des Kindes genommen werden.

Schwesig kündigte flexiblere Regelungen für die Elternzeit an. "Dazu sollen auch ohne die Zustimmung des Arbeitgebers zukünftig 24 statt zwölf Monate zwischen dem dritten und dem vierzehnten Lebensjahr des Kindes von Müttern oder Vätern in Anspruch genommen werden können", sagte die SPD-Politikerin.

"Mit der flexibleren Ausgestaltung der Elternzeit geben wir den Eltern den nötigen Spielraum, um die berufliche Auszeit noch besser an die individuellen Bedürfnisse ihres Kindes anpassen zu können", sagte Widmann-Mauz.