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Tarife - Stuttgart:Warnstreiks im öffentlichen Dienst: 119 Kitas geschlossen

Baden-Württemberg
Streikweste mit der Aufschrift "Warnstreik" und dem Verdi-Logo. Foto: Stefan Sauer/ZB/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen eines Warnstreiks haben in Stuttgart zahlreiche Kinder zu Hause bleiben müssen. 119 Kindertagesstätten waren am Montag nach Angaben der Landeshauptstadt geschlossen. 61 Einrichtungen blieben ganz oder zeitweise geöffnet. Von dem Warnstreik im öffentlichen Dienst war auch die Schülerbetreuung betroffen. 1569 Mitarbeiter waren der Stadt zufolge im Ausstand. Laut einem Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatten rund 2000 Menschen in Stuttgart ihre Arbeit niedergelegt.

Nach Gewerkschaftsangaben wurden am Montag zudem die Stadtwerke Ulm bestreikt. Dort seien etwa 200 Menschen im Ausstand gewesen. Ab Dienstag werden drei kommunale Kliniken im Kreis Göppingen und in Rastatt von den Warnstreiks betroffen sein. Am Mittwoch werden vier Kliniken im Kreis Ludwigsburg und dem Rems-Murr-Kreis bestreikt.

Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben in den ersten zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Gleichzeitig soll es nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag in allen acht kommunalen Verkehrsunternehmen im Südwesten Warnstreiks geben. Grund sind die "stockenden" Verhandlungen in der Manteltarifrunde für den kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg. Verdi fordert für die rund 8600 Beschäftigten unter anderem Entlastungstage, bessere Überstundenregelungen sowie die Anhebung des Urlaubsgeldes.

Wegen des Konflikts zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern sollen am Dienstag Busse und Straßenbahnen im ganzen Land stillstehen. Die kommunalen Verkehrsbetriebe befördern demnach mehr als eine Million Kunden pro Tag. In Karlsruhe und Baden-Baden hatten Bus- und Straßenbahnfahrer bereits am Freitag ihre Arbeit niedergelegt.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg verurteilt die Warnstreiks. Die Aktionen in Pandemie-Zeiten seien angesichts der finanziellen Einbrüche bei den Betrieben nicht nachvollziehbar.

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