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Tarife - Berlin:Tarifkonflikt gelöst: Streiks bei BVG abgewendet

Berlin (dpa/bb) - Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist der Tarifkonflikt gelöst, weitere Warnstreiks wird es nicht geben. Das teilten die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband am frühen Freitagmorgen mit. Demnach bekommen die Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar 8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 350 Euro im Monat. Das Weihnachtsgeld werde erhöht, Verbesserungen gebe es auch bei Zulagen und der tariflichen Eingruppierung zahlreicher Tätigkeiten. Damit könnten die Beschäftigten langfristig an die BVG gebunden werden, hieß es.

"Dieser Abschluss ist einmalig", sagte BVG-Personalvorstand Dirk Schulte. Damit werde das vorbildliche Engagement der Mitarbeiter für die Mobilität in der Stadt gewürdigt. "Damit senden wir zudem eine positive Botschaft an zukünftige Bewerberinnen und Bewerber."

Mit täglich rund 2,9 Millionen Fahrgästen ist die landeseigene BVG Deutschlands größtes kommunales Nahverkehrsunternehmen. Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt sagte: "Der Abschluss kann sich sehen lassen, da der neue Tarifvertrag einen deutlichen Schritt im bundesweiten Vergleich nach vorne macht."

Verhandelt wurde über den Mantel- und Entgelttarifvertrag für die 14 500 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ihrer Tochter Berlin Transport. Der neue Manteltarif gilt bis 30. Juni 2020, der Entgelttarifvertrag bis 31. Dezember 2020. Die Einordnung der Tätigkeiten in Entgeltgruppen wurde bis Ende 2023 festgeschrieben.

Mit dem Abschluss steigen die Personalkosten des Landesunternehmens deutlich. Das Gesamtvolumen liegt einschließlich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung bei 102 Millionen Euro. Die Arbeitgeber hatten zunächst 60 Millionen Euro angeboten, dann 90 Millionen Euro. Die Gewerkschaft rief zu drei Warnstreiks auf, zuletzt am Montag.

Verdi und der Beamtenbund hatten zunächst eine andere Forderung in den Mittelpunkt gerückt: Beschäftigte, die seit 2005 eingestellt wurden, sollten wöchentlich 2,5 Stunden weniger arbeiten müssen und damit behandelt werden wie die Altbeschäftigten. Diese Forderung spielte in den letzten beiden Verhandlungsrunden keine Rede mehr. Die Arbeitgeber hatten sie stets als unerfüllbar bezeichnet, weil dann 500 zusätzliche Fahrer gebraucht würden. Die seien aber nur schwer zu finden.