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Tarife - Beeskow:Warnstreik bei Verpackungshersteller Linpac begonnen

Beeskow
Mitarbeiter des Verpackungsherstellers Linpac bei einem Warnstreik vor dem Werksgelände. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Foto: dpa)

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Beeskow (dpa/bb) - Am frühen Donnerstagmorgen haben die Mitarbeitenden des Verpackungsherstellers Linpac in Beeskow (Landkreis Oder-Spree) ihre Arbeit niedergelegt. Aufgerufen zu dem 24-Stunden-Warnstreik hat die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie, Energie (IG BCE). "Alles laufe bisher nach Plan", sagte IG-BCE-Gewerkschaftssekretär Anis Ben-Rhouma vor Ort.

Mit Beginn der Frühschicht wurden die Maschinen im Betrieb runtergefahren und parallel dazu vor dem Werkstor eine Streikwache aufgebaut. Ben-Rhouma rechne bei der Streikwache mit jeweils 15 bis 20 Beschäftigten pro Schicht. Geplant seien bis Freitagfrüh insgesamt drei Schichten.

"Wir halten Streiks für völlig unangemessen", sagte Nils Schuster, Geschäftsführer des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbands der Kunststoff Verarbeitenden Industrie in Berlin und Brandenburg (AKB). Die Arbeitgeber böten Lohnerhöhungen von zwei Mal 2,5 Prozent bei einer Laufzeit bis Ende Februar 2023, außerdem eine Anhebung der steuerfreien Nachtzuschläge von 20 auf 25 Prozent. Die Vergütung der Auszubildenden solle zwei Mal um jeweils 5 Prozent angehoben werden. Als bemerkenswert bezeichnete Schuster das Vorhaben der Gewerkschaft, aus dem Flächentarifvertrag aussteigen und künftig auf Betriebsebene verhandeln zu wollen.

Die Gewerkschaft will für den Betrieb einen eigenen Hausvertrag erzielen. Beschäftigte der Linpac in Beeskow würden seit Jahren für die gleiche Arbeit deutlich weniger verdienen, als am Linpac-Standort Ritterhude in Niedersachsen, hieß es von der IG BCE. Gefordert werden daher unter anderem 600 Euro mehr Entgelt für die Beschäftigten sowie einmalig ein Corona-Bonus.

Die IG BCE betreut im Bezirk Berlin-Mark Brandenburg rund 16 000 Mitglieder in 247 Betrieben aus Branchen wie der Chemischen Industrie, Energieerzeugung und Veredlung, Keramische Industrie, Kunststoff, Leder sowie Papier- und Zellstofferzeugung. Der AKB vertritt 30 Unternehmen mit rund 4000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-494670/3

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