Mainz (dpa/lrs) - Vor der Wiedereröffnung von Restaurants und Kneipen in Rheinland-Pfalz sorgt sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) um die Sicherheit der Beschäftigten. Unter hohem Zeitdruck arbeitende Mitarbeiter und zu wenig Personal seien für viele Bereiche der Gastronomie schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie kennzeichnend gewesen, teilte die NGG im Landesbezirk Südwest der Deutschen Presse-Agentur in Mainz mit. Gerade unter Corona-Bedingungen wären Personalknappheit, Multitasking, Zeitdruck und eine „Vermischung der Arbeitsbereiche“ fatal. „Jedes noch so gut gemeinte Hygienekonzept wird dabei scheitern.“
Bei der Frage, ob ein Betrieb wieder öffnen dürfe, müssten also nicht nur die Hygiene- und Abstandsregeln im Auge behalten werden, sondern auch die Personalbemessung in dem jeweiligen Betrieb - und das vor der Eröffnung und später während des wieder laufenden Betriebs. Es müsse der Schutz der Beschäftigten und Gäste im Vordergrund stehen. Die Menschen gingen nur dann wieder in die Gastronomie, wenn sie sich dort sicher fühlten, sagte der Vorsitzende des NGG-Landesbezirks Südwest, Uwe Hildebrandt. „Dazu gehört für mich, dass es auch Kontrollen gibt.“ Er bezweifle, dass die Behörden alles kontrollieren könnten. Er hätte sich gewünscht, dass in Betrieben schon vor der Öffnung am Mittwoch draufgeschaut worden wäre.
In einem Positionspapier der NGG zur Öffnung des Gastgewerbes heißt es: „Das „Wiedereröffnen“ der gastgewerblichen Betriebe darf nicht zu einer Überlastung der Beschäftigten durch zu lange Arbeitszeiten unter den oft extrem harten Arbeitsbedingungen führen. Der nach derzeitigem Wissensstand erhöhte Reinigungsaufwand sowie notwendige Veränderungen in der Arbeitsorganisation aufgrund des Abstandsgebots würden in vielen Bereichen zu einem Mehrbedarf an Personal führen.
