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Studium:Meistern, Technikern, Fachwirten steht ein mit ihrer Ausbildung verwandtes Studium offen

Die drei folgenden Beispiele Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Bayern zeigen, dass es Gemeinsamkeiten bei den Hochschulzugangsregelungen für Nicht-Abiturienten gibt, aber auch Unterschiede, auf die man achten muss.

In Mecklenburg-Vorpommern ist seit 2010 die Anzahl der Hochschulabsolventen ohne Abitur kontinuierlich gestiegen. Der Zugang zu sämtlichen Hochschulen und Universitäten steht Meistern und Inhabern anderer hochwertiger Fortbildungsabschlüsse - Techniker, Fachwirte und in ähnlicher Weise ausgebildete Menschen, die mindestens 400 Stunden berufliche Fortbildung absolviert haben - ohne Einschränkung offen. Eine mindestens zweijährige Berufsausbildung plus fachlich verwandter Berufstätigkeit von wenigstens drei Jahren genügt, um zur Zugangsprüfung an Hochschulen zugelassen zu werden. Erziehungs- und Pflegezeiten können mit bis zu einem Jahr auf die geforderte berufliche Tätigkeit angerechnet werden. Mit dem Bestehen einer sogenannten Erweiterungsprüfung kann man sich auch an Universitäten bewerben.

Weiterbildende Studiengänge stehen auch Bewerbern offen, die keine Berufsausbildung absolviert haben, aber die entsprechende Eignung im Beruf nachweisen. Über die Zulassung entscheidet jede Hochschule für sich. Offen stehen alle Hochschulen des Landes ebenfalls Menschen, die eine Begabtenprüfung bestanden haben oder die einen Abschluss als Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer haben.

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Auch in Nordrhein-Westfalen haben Meister, Techniker, Fachwirte und ähnlich hoch qualifiziert Fortgebildete zu Hochschulen und Universitäten des Landes ohne Einschränkung Zutritt. Für das Studium an Fachhochschulen, Hochschulen und Universities of Applied Studies kann sich jeder bewerben, der eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und wenigstens drei Jahre Berufspraxis nachweisen kann. Zeiten der Kindererziehung, der Haushaltsführung, der Pflege von Verwandten, eine weitere Berufsausbildung sowie freiwillige soziale oder ökologische Jahre können auf die geforderte Berufspraxis angerechnet werden. Ein Beratungsgespräch an der Hochschule ist obligatorisch, und ein Test zur Studieneignung wird empfohlen, ist jedoch nicht Pflicht. Zwingend eine Eignungsprüfung absolvieren muss nur, wer ein Fach studieren möchte, das nicht mit seinem erlernten Beruf verwandt ist. In nicht zulassungsbeschränkten Studiengängen gibt es alternativ die Möglichkeit, ein Probestudium zu absolvieren. In Einzelfällen ist ein Hochschulstudium auch ohne vorangegangene Berufsausbildung möglich.

Weiterbildende Studiengänge setzen in der Regel einen ersten Hochschulabschluss und Berufserfahrung voraus. An weiterbildenden Studiengängen, die nicht zum Masterabschluss führen, kann teilnehmen, wer die erforderliche Eignung im Beruf erworben hat. Über die Zulassung entscheidet die Hochschule, bei der man sich beworben hat.

In Bayern können Meister, Techniker, Fachwirte und Inhaber ähnlicher Fortbildungsabschlüsse mit mindestens 400 Unterrichtsstunden nach einem Beratungsgespräch an der Uni oder Hochschule ihrer Wahl ein verwandtes Fach studieren. Wie andere Bundesländer auch reserviert Bayern fünf Prozent aller Studienplätze für beruflich Qualifizierte. Die Auswahl erfolgt primär nach Befähigung der Bewerber. Wurde die Fortbildung in einem anderen Bundesland absolviert, muss die Hochschule diese als gleichwertig anerkennen.

Denjenigen, die nur eine Berufsausbildung absolviert haben und mindestens drei Jahre hauptberuflich in ihrem Fachgebiet tätig waren - Teilzeitarbeit inbegriffen -, steht keine Universität, aber eine Fachhochschule oder University of Applied Sciences offen. Die Zulassung ist an das Bestehen einer mündlichen und schriftlichen Eignungsprüfung an den Hochschulen geknüpft. Alternativ gibt es die Möglichkeit eines zwei bis vier Semester umfassenden Probestudiums, das man in Bayern absolvieren muss.