Studie aus England Krank durch Beförderung

Erst ein Grund zum Jubeln, dann möglicherweise die Ursache von Depressionen: Eine berufliche Beförderung kann Arbeitnehmer überfordern und psychische Krankheiten auslösen.

Beförderungen am Arbeitsplatz sind nicht immer nur ein Grund zum Jubeln. Oft haben sie auch unangenehme Folgen für die Betroffenen: Die zusätzliche Verantwortung und das Gefühl, sich beweisen zu müssen, können zu Stress, Angstzuständen und Depressionen führen. Das gilt besonders für Arbeitnehmer, die auf der Karriereleiter mehrere Stufen überspringen und zum Beispiel vom Angestellten zum Manager aufsteigen, berichtet das Magazin Psychologie heute in seiner Dezember-Ausgabe. Der Karrieresprung werde oft zur psychischen Belastung mit langfristigen Folgen, zeige eine Studie an der Universität Warwick in England.

Erst ein Grund zur Freude, dann Ursache von Depressionen: Eine Beförderung am Arbeitsplatz kann für die Betroffenen viele Folgen haben.

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Weniger Druck im öffentlichen Dienst

Der Wirtschaftspsychologe Christopher Boyce hatte dort 1000 Briten über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet und ihr berufliches Fortkommen analysiert. Unter anderem fand er heraus, dass Mitarbeiter im öffentlichen Dienst weniger unter den Belastungen leiden, die eine Beförderung mit sich bringen kann. Grund dafür sei vermutlich die vergleichsweise hohe Jobsicherheit, mit der sie rechnen können.

Die Daten der Studie bestätigen nicht, dass beruflich Erfolgreichere gesundheitlich vom Vorwärtskommen profitieren. Es sei zwar richtig, dass Führungskräfte körperlich gesünder seien, argumentiert Boyce. Die Längsschnittstudie habe jedoch gezeigt, dass nicht die Beförderung gesünder macht, sondern gesunde Arbeitnehmer eher befördert werden.

Keine Zeit für den Arzt

Statistisch nachweisen ließ sich dagegen, dass nach einer Beförderung die Zahl der Arztbesuche um bis zu 20 Prozent abnimmt. Auch hier sei allerdings nicht davon auszugehen, dass die Betroffenen weniger Anlass für einen Termin beim Arzt hätten: Ihnen fehle schlicht die Zeit dafür, berichtet das Psychologie-Magazin.