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Stress im Studium:Fix und fleißig

"Sie haben mehr Druck und sie machen sich mehr Druck": Jeder zweite Student hat Angst, sein Studium nicht zu schaffen. Für viele ist der neue Prüfungsrythmus "unerträglich" - aber sie machen sich das Leben auch selbst schwer.

Der Leistungsstress, den Studierende spüren, ist in den Bachelor-Studiengängen gestiegen. Jeder zweite Student macht sich Sorgen, ob er sein Studium schaffen und erfolgreich abschließen kann. Das geht aus dem neuen "Studierendensurvey" der Universität Konstanz hervor, den das Bundesbildungsministerium in Auftrag gegeben hat.

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Missstände anprangern: So lautet die uralte journalistische Regel. So war das auch beim BILD-Titel "Super-Panne beim Mathe-Abitur" vor drei Jahren. 

(Foto: dpa)

Vor allem die hohe Zahl von Prüfungen und die Menge des in kurzer Zeit zu bewältigenden Stoffs erleben viele als Problem - darüber hatten Studenten auch bei ihren Protesten in vergangenen Semestern geklagt. Der straffe Prüfungsrhythmus sei für viele "unerträglich", sagt Tino Bargel, einer der Autoren der Studie.

Allerdings setzen sich die Studenten heute offenbar auch stärker selbst unter Stress, verglichen mit früheren Zeiten. "Sie haben mehr Druck - und sie machen sich mehr Druck", sagt Bargel, der entsprechende Umfragen seit langem betreut. Zwar verwenden die Bachelor-Studenten im Durchschnitt nicht mehr Zeit für ihr Studium als ihre Kommilitonen in den traditionellen Magister- und Diplom-Studiengängen; und weiterhin gibt es dabei große Unterschiede zwischen den Disziplinen. Aber weil die Prüfungen nun studienbegleitend abgenommen werden und viele verunsichert sind, ob ihre Noten reichen werden, um später ein Master-Studium anzuschließen, ist vom lässigen Studentenleben nicht mehr viel übrig.

Viele Abiturienten bringen außerdem schon eine andere Mentalität mit an die Hochschule, sagt Bargel: "Sie wollen fleißig sein." Gut ein Viertel der Uni-Studenten geben an, mehr Lehrveranstaltungen zu besuchen, als laut Studienordnung nötig sind. Ein beachtlicher Teil der Studierenden gerate trotz strikter Vorgaben zum Studienverlauf in Verzug, was die Studienzeiten wieder verlängere.

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