Streit um Unterrichtsmethoden:Mediale Offensive

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Und Ursula Sarrazin selbst? Sie ist inzwischen ebenfalls in die mediale Offensive gegangen. Sie sei weder autoritär, noch schreie sie Kinder an oder sage zu ihnen "Opfer" oder "Hauptschüler", ließ sie vermelden. Und in der Bild-Zeitung spricht sie inzwischen "Klartext", wie es heißt.

Sarrazin wehrt sich gegen Rauswurf aus der SPD

Thilo Sarrazin beschwert sich über eine angebliche Mobbing-Kampagne gegen seine Frau Ursula.

(Foto: dapd)

"Ich bin seit über 30 Jahren Grundschullehrerin. Es ist mein Traumberuf, immer noch. Viele Kinder mögen mich, denke ich" erfährt der interessierte Leser dort. Aber auch, dass Frau Sarrazin mit der Einstellung der Eltern zum Lehrerberuf hadert: "Viele Eltern denken, wir wären so eine Art Serviceunternehmen: Sie geben die Kinder morgens ab und holen sie abends gewaschen, gekämmt, bestens erzogen und voller Wissen wieder ab." Schon ein Hinweis auf die mangelhaft erledigten Hausaufgaben werde da als Vorwurf empfunden.

Und ist sie jetzt wirklich so autoritär, wie alle sagen? "Man sagt, ich sei streng. Ich versuche einfach nur konsequent zu sein. Klare Regeln, klare Rituale. Sie erleichtern das Miteinander." Und: "Wenn ein Kind sich nicht an die Gesprächsregeln hält, dann muss es sie halt abschreiben: Wir hören einander zu. Wir warten, bis wir dran sind. Wenn es stört, kann man es nach hinten setzen oder auf den Flur schicken."

Aha. Wenn das mal keine Thesen sind, die Stoff für ein neues Buch liefern. Die mediale Werbetrommel läuft bereits, es müsste nur noch geschrieben werden. Sollte Ursula Sarrazin die Auseinandersetzung mit den Eltern verlieren, sollte dafür ja Zeit sein. Und Thilo Sarrazin kämpft eh schon gegen seinen Ausschluss aus der SPD, ein bisschen Mobbing durch "Sippenhaft" macht da keinen Unterschied mehr.

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