Rassismus in Burschenschaften Immer wieder im Gerede

1996 traten mehrere liberale Burschenschaften aus Protest aus der DB aus und gründeten einen eigenen Dachverband. Besonders traf die DB, die viel auf ihre Tradition als ältester bestehender Zusammenschluss deutscher Burschenschaften hält, dass zuletzt drei in der Szene als "Urburschenschaften" verehrte Verbindungen aus Jena den Verband verließen.

Trinkfest und treu

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Immer wieder kommen DB-Mitglieder ins Gerede: Auf dem Burschentag 2009 pöbelten rechtsextreme Burschenschaftler einen afrikanischstämmigen Bundesbruder aus Köln an. Liberale Verbände um die Stuttgarter Hilaritas beantragten daraufhin eine Erklärung, mit der sich die DB "von jeglichem Rassismus" distanzierte.

Doch sich von ihrem rechtsextremen Rand zu trennen, schafft die DB nicht. Denn die Rechten sind eine mächtige Minderheit innerhalb des Verbands: 42 DB-Mitgliedsverbände aus Deutschland und Österreich haben sich in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) zusammengetan. Zu dieser BG, die im Juli im Haus der Sudetendeutschen Landsmannschaft in München ihr 50-jähriges Bestehen feiert, gehören etwa die Raczeks und die Münchner Danubia, deren Aktivitas der bayerische Verfassungsschutz lange Zeit als rechtsextremistische Organisation führte und die weiter enge Kontakte zu Extremisten hält.

So lädt die Danubia - auf der offiziellen Webseite der Deutschen Burschenschaft - im Juni zum "Dialog" mit Günter Rehak, einem führenden Vertreter der offen rassistischen Nationalen Volkspartei in Österreich.

Kai-Ming Au hinterließ vor seiner Abreise nach Eisenach eine schriftliche Erklärung: Seine Hansea werde sich "für eine liberale Ausrichtung der Deutschen Burschenschaft einsetzen".