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Strategien gegen Lampenfieber:Nie mehr schweißnasse Hände

Perfekt vorbereitet aufs Bewerbungsgespräch oder die mündliche Prüfung, und trotzdem endet der Auftritt in der Katastrophe? Lampenfieber ist schuld daran. Wie man sich vor Unsicherheit schützt.

Schon in der Grundschule gibt es zwei Typen von Kindern: Beim weihnachtlichen Flötenvorspiel punkten die einen bei den Lehrern, und ihre Eltern platzen vor Stolz. Die anderen dagegen sterben vor Nervosität, ihre feuchten Finger wollen die Löcher nicht richtig zudecken, und heraus kommt nur ein schiefes Gequietsche. Die gleichen Kinder vergessen beim Krippenspiel den Text, und bevor sie zum 70. Geburtstag der Oma ein Gedicht aufsagen müssen, sterben sie beinahe vor Angst.

Dieses Phänomen zieht sich durchs ganze Leben: Egal ob eine Klassenarbeit, die Abitur- oder Examensprüfung, Bewerbungsgespräch, Gehaltsverhandlung, Präsentation beim Kunden: Immer gibt es Menschen, die weitgehend souverän und überlegen ihren Alltag meistern. Und dann gibt es noch die andere, wesentlich größere Gruppe, die vor jedem größeren Ereignis mit der eigenen Nervosität, mit feuchten Händen, Kribbeln im Magen, Herzrasen und Durchfall zu kämpfen hat.

Nervosität entsteht, wenn der Nerven-Stoffwechsel des Menschen durch äußere Einflüsse gestört wird. Solche Einflüsse können Ärger, Hektik und Stress sein - und meistens sind wir ihnen schutzlos ausgeliefert. Denn selbst wenn wir an der Diplomprüfung eigentlich gar nicht teilnehmen wollen, hingehen müssen wir ja trotzdem; genauso, wie später zum Bewerbungsgespräch.

Eiskalt erwischt

Experten sind der Meinung, dass man das Lampenfieber vor solchen unangenehmen Stress-Situationen dämpfen und aktiv bekämpfen kann. Grundsätzlich sollte man sich im Vorhinein intensiv mit dem Stressauslöser beschäftigen. Für ein Bewerbungsgespräch bedeutet das etwa, sich über die Schwachstellen im eigenen Lebenslauf klarzuwerden - und sich auf fiese Fragen die passenden Antworten zurechtzulegen. So gerät man nicht aus dem Tritt und macht es dem Personaler schwer, einen eiskalt zu erwischen.

Dazu gehört auch, das persönliche Worst-Case-Szenario zu entwickeln: Was passiert, wenn der Chef nach der Präsentation sagt: "Das war ja totaler Quatsch", oder man in der Prüfung kein Wort heraus bekommt? Entwickelt man im Vorhinein Reaktionen und Entgegnungen, verlieren die Situationen ihren Schrecken.

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