Steuererklärung:Wann darf das Arbeitszimmer in die Steuererklärung?

Welche Voraussetzungen sind zu beachten?

Wer Ausgaben bis 1250 Euro fürs Arbeitszimmer zu Hause anerkannt haben will, muss folgende Voraussetzungen erfüllen: Er braucht es zum Erledigen seiner betrieblichen oder beruflichen Arbeit, weil es dafür woanders einfach keinen Arbeitsplatz gibt. Das gilt beispielsweise für viele Außendienstmitarbeiter, Versicherungsmakler und Freiberufler. Außerdem für die meisten Lehrer. Kaum einer außer dem Schulleiter hat ein eigenes Büro in der Schule.

Wer darf es außerdem absetzen?

Auch Steuerzahler, die in Aus- oder Fortbildung sind, ein Fernstudium oder sonstige Weiterbildungsmaßnahmen durchziehen, können ihren heimischen Arbeitsplatz geltend machen, so Rauhöft. Oder der Schlosser, der im Nebenberuf Versicherungen verkauft und daheim Papierkram erledigen muss, sowie Beschäftigte, die zu Hause nachweislich noch Aufsätze schreiben oder Bücher. Sein Home-Office absetzen kann auch, wer dort während der Elternzeit oder Arbeitslosigkeit für den künftigen Job lernt.

Wer darf unbegrenzt absetzen?

Ist das Heimbüro Dreh- und Angelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit, wird es vom Finanzamt garantiert voll anerkannt. Arbeitet etwa ein Selbständiger nur von zu Hause aus, kann er sein Arbeitszimmer in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten in die Steuererklärung hineinnehmen. Auch Hausfrauen und -männer können versuchen, alle ihre Kosten anzusetzen, wenn sie sich etwa mit dem Verkauf von Versicherungen, Kosmetik oder anderem etwas dazu verdienen. Ebenso Rentner mit Nebenjob, die Arbeiten für die frühere Firma daheim am Computer erledigen.

Was erkennt das Finanzamt an?

Der Abzugsbetrag von bis 1250 Euro muss immer belegt werden, betont Klocke. Eine Pauschale gibt es nicht. Die Kosten werden nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche aufgeteilt. Auf diese Weise sind beispielsweise Miete oder Kreditzinsen anteilig absetzbar, Wasser- und Energiekosten, die Grundsteuer, Müll- und Schornsteinfegergebühren, Ausgaben für die Einrichtung, von Tapeten, Teppichen oder Lampen, bis zur Renovierung. Wichtig: Die Kosten müssen plausibel sein. Wer bei 48 Quadratmeter Wohnfläche ein 30 Quadratmeter großes Arbeitszimmer absetzen will, kommt damit nicht durch.

Was geht nicht?

Das Finanzamt sperrt sich immer dann, wenn ein Arbeitszimmer zu zehn Prozent oder mehr privat genutzt wird. Beruflich Notwendiges wie Schreibtisch, Stuhl, Regale, Bücherschrank sollte bei der Einrichtung dominieren - sonst ist es steuerlich betrachtet kein Arbeitszimmer. Heikel wird es, wenn ein Fernseher im Heimbüro steht, ein Gästebett, eine Klappcouch oder ein Kühlschrank. Eine Arbeitsecke wird garantiert abgelehnt. Auch dann, wenn der Schreibtisch per Raumteiler vom Wohnbereich abgetrennt ist.

Ein Arbeitszimmer muss für den Fiskus mit einer Tür abschließbar sein. Durchgangszimmer werden nicht akzeptiert. Kein Problem hat, wer ein Arbeitszimmer "außerhäuslich" angemietet hat, also um die Ecke oder in einer anderen Etage des Hauses. Dann wird das Finanzamt in der Regel alle Kosten akzeptieren.

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