Starbucks schikaniert Mitarbeiter Einen Grund für die Kündigung gibt es immer

"Übel" gehe Starbucks mit Beschäftigten um, die einfach nur ihre Arbeitsrechte durchsetzen wollten, heißt es weiter bei der Gewerkschaft. In einer Frankfurter Filiale sei es beispielsweise bei der Arbeitsschicht- und Urlaubsplanung "drunter und drüber" gegangen. Die Mitarbeiter wollten daher einen Betriebsrat gründen, damit die Arbeitsorganisation nicht willkürlich erfolgt. "Von den ehemals sieben Betriebsrats-Kandidaten, die der NGG nahestanden, sind fünf nicht mehr bei Starbucks. Ihnen wurde gekündigt", sagt Cox.

Die Cupcakes in der Auslage sehen hübsch aus. Den Angestellten bei Starbucks hiflt das nichts.

(Foto: AFP)

Die Kündigungsgründe kann der Gewerkschafter jedoch nicht nachvollziehen. Auch er bestätigt, ein Mitarbeiter sei abgemahnt worden, weil er die falsche Sockenfarbe trug, was Starbucks bestreitet. Anderen sei vorgeworfen worden, sie hätten Geld aus der Kasse genommen. "Bewiesen wurde das nicht", betont Cox. "Doch wer will schon bei einem Arbeitgeber bleiben, der einen für so schlecht hält und der ständig zu solchen Methoden greift", sagt er. "Wer in der Gewerkschaft ist, wird schikaniert", sagt er.

Was Aushilftskräfte bei Starbucks verdienen, reicht nach den Erfahrungen von ZDF-Reporter Rahms kaum aus, um über die Runden zu kommen. Als Aushilfskraft erhielt er 8,18 Euro pro Stunde. Bei 30 Arbeitsstunden pro Woche wäre er damit auf 770 Euro netto im Monat gekommen - zu wenig, um in Frankfurt ein Auskommen zu haben. Als Rahms einen zweiten Job annehmen will und dies seiner Chefin sagt, wird er über einen Passus in seinem Arbeitsvertrag aufgeklärt.

Dort heißt es, dass eine nebenberufliche entgeltliche Tätigkeit nur mit Zustimmung des Unternehmens gestattet sei. "Ich möchte nicht, dass du woanders arbeitest. Denn dann bist du zeitlich nicht mehr so flexibel und ich kann dich im Schichtdienst nicht richtig einteilen", lehnt die Vorgesetzte von Rahms ab. Der Arbeitsrechtler Andreas Rüther hält solche Klauseln für unwirksam: "Da kann Starbucks nicht machen, das grenzt an Leibeigenschaft." Starbucks bestätigt diese Klausel in Arbeitsverträgen.

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