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Paar- und Familientherapeut:Paartherapeut ist kein geschützter Beruf

Psychoanalytisch orientierte Weiterbildungen - jedenfalls jene, die ein Zertifikat des Bundesverbandes Psychoanalytische Paar- und Familientherapie tragen - gehen noch einen Schritt weiter: Neben der Weiterbildung sind circa 200 Stunden psychoanalytische Selbsterfahrung zu absolvieren, darunter 40, in denen die angestrebte "Helferrolle" vor dem eigenen Familienhintergrund betrachtet wird, sprich: Gewünscht wird die explizite Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie.

"In der Praxis ist das nicht immer machbar. Aber wir empfehlen dringend, die reale Beziehung oder die reale Familie einzubeziehen", sagt Joachim Walter, Leiter des Bundesverbandes psychoanalytischer Paar- und Familientherapeuten.

So gründlich geht es nicht immer zu: Wie die meisten therapeutischen Berufe - Ausnahmen sind der Psycho- und der Ergotherapeut - ist auch der Paartherapeut kein geschützter Beruf. Das macht es, zugespitzt gesagt, zwar leicht, sich ein Schild an die Tür zu hängen, ohne überhaupt über eine entsprechende Ausbildung zu verfügen. Es macht es aber auch der großen Mehrheit derer, die auf eine solide Weiterbildung Wert legen, schwer, sich zu orientieren. Und auch für Patienten ist es schwieriger, seriöse Anbieter ausfindig zu machen. Im Angebot sind auch Fortbildungsmaßnahmen, die drei Tage dauern.

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"Man muss kein Arzt sein, um ein guter Psychoanalytiker zu werden"

Orientierung bieten die Fach- und Berufsverbände, die sich ebenfalls an den vier psychotherapeutischen Richtungen ausrichten. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie mit Sitz in Köln etwa arbeitet bundesweit mit ungefähr 70 Instituten zusammen. In einem "dialogischen Prozess" erklärt Geschäftsführer Bernhard Schorn, werde die Güte der Weiterbildung gesichert: "Nur wen wir gut kennen und als gut bewerten, erhält unser Zertifikat."

Zur Weiterbildung zugelassen sind in der Regel auch Menschen aus sozialen Berufen: Mitarbeiter kirchlicher oder staatlicher Beratungsstellen, Sozialpädagogen und Sexualberater, Seelsorger oder Erzieher. "Entscheidend sind Qualifikation und Berufserfahrung", sagt Schorn, "wir schauen uns jeden Einzelnen mit seiner bisherigen Aus- und Weiterbildung an." Das Argument, wer kein Medizin- oder Psychologiestudium habe, sei ungeeignet, lässt er nicht gelten: "Schon Sigmund Freud sagte: Man muss kein Arzt sein, um ein guter Psychoanalytiker zu werden."

Sich breiter aufzustellen, kann klug sein. Manche Therapeuten beraten auch Unternehmen

Andererseits sind psychologische oder ärztliche Psychotherapeuten - also Menschen mit Psychologie- oder Medizinstudium und therapeutischer Zusatzausbildung - in mindestens einer Hinsicht im Vorteil. Nur sie können eine Approbation und somit eine Kassenzulassung bekommen.

Die Abrechnung einer Therapie über die Krankenkassen ist zwar im Grundsatz nur für Einzeltherapien möglich - Beziehungskrisen gelten den Kassen als Krisen, und nicht als Krankheit. Über einen Umweg, erklärt Walter, könne aber doch zumindest ein Teil der Therapiestunden abgerechnet werden: "Wenn ich begründe, dass es für die Behandlung eines Einzelnen sinnvoll ist, den Partner einzubeziehen, kann ich einen größeren Teil der Stunden durchaus abrechnen", sagt Walter.

In allen anderen Fällen sind Paartherapeuten, die nicht in einer Beratungsstelle angestellt sind, auf Selbstzahler angewiesen. Was, das erklärt sich ja von selbst, mühsam sein kann. Antje Randow-Ruddies hat sich deswegen über die Jahre ein breiteres Spektrum angeeignet. Sie widmet sich auch der Supervision von Teams, die in der Sozialarbeit arbeiten sowie der Beratung von Unternehmen mit Mitteln der Systemischen Organistionsentwicklung. Grundverschieden, sagt sie, seien die Zugänge ja nicht - ebenso wenig wie identisch: "Es ist eher so, als würden viele Bausteine ein solides Haus ergeben."

Orientierung für eine Weiterbildung zum Paar- und Familientherapeuten bieten unter anderen folgende Organisationen: