Dresscode: Sommer im Büro Strapaze für die kollegiale Toleranz

Nun versteht es sich von selbst, dass eine Frau, die ihre Umwelt nicht durch völlige Geschmacksfreiheit piesacken will, zum Strumpf niemals offene Schuhe oder gar Sandaletten tragen würde. Viele Unternehmen, mit denen ich arbeite, sprechen sich sogar klipp und klar gegen sichtbare Zehennägel aus, da diese ausschließlich Privatsache seien. Ob lackiert oder natur ist dabei egal.

Sandalen zieren so manchen Fuß - aber im Büro ist das nicht immer angebracht.

(Foto: dpa)

Wenn wir einmal die Männer zum Vergleich bemühen, werden Sie mir sicher zustimmen, dass Sie ungern acht Stunden täglich das nackte und bleiche Bein Ihres netten, jedoch leicht übergewichtigen Kollegen am Schreibtisch gegenüber im Augenwinkel haben möchten, oder? Würde er sich dazu noch in Sandalen präsentieren, strapazierte das die kollegiale Toleranz gewiss über Gebühr.

Dies ist kein Angriff auf die emanzipatorische Befreiung von überkommenen Bekleidungskonventionen, sondern eine repräsentativ gewonnene Erkenntnis, die nicht auf meinem persönlichen Mist gewachsen ist. Insofern ist also wieder einmal Fingerspitzengefühl und situatives Entscheiden gefragt. Abhängig davon, mit wem und zu welchen beruflichen Rahmenbedingungen Sie es gerade zu tun haben. Und wie immer ist es beim guten Benehmen so, dass nicht der kleinste gemeinsame Nenner den Maßstab setzen sollte, sondern das Maximum, das ohne Verbiegen und Qual möglich ist. Muten Sie Ihren Mitmenschen stets nur zu, was auch Sie bereit wären, von diesen zu akzeptieren.

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Sommer im Büro