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Sicheres Auftreten:Verräterische Körpersprache II

Für ein sicheres Auftreten sollte man seinen Körper immer Griff haben. sueddeutsche.de erklärt, was man bei Gestik und Mimik beachten muss.

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Die Psychologin und Körpersprache-Expertin erläutert in ihrem Ratgeber "Körpersprache" die wichtigsten Regeln für ein sicheres und sympathisches Auftreten. Nach ihren Tipps zum Einsatz der Hände erklärt sie sueddeutsche.de diesmal, was man bei der Begrüßung und am Tisch beachten muss. "Mimik und Gestik können ganze Worte ersetzen. Man muss nur wissen, wie man sie einsetzt."

Bei einem Bewerbungsgespräch ist der erste Eindruck der wichtigste - binnen weniger Sekunden entscheidet der Personaler, ob ihm der Kandidat sympathisch ist oder nicht. Dabei zählen nicht nur Outfit und Frisur, sondern auch der Händedruck. Da sich die Beteiligten in dieser Situation in der Regel zum ersten Mal begegnen, verläuft die Begrüßung distanziert. "Bei so einem Händedruck hat man in der Regel die Ellenbogen durchgedrückt und schafft so Abstand zum Anderen", erklärt Monika Matschnig. "Wenn man danach aber Nähe herstellen will, sollte man sich direkt neben den Personaler stellen." So begegnen sich die Gesichter nicht zu nah, durch Schultern und Arme besteht dennoch Kontakt.

(Bild: GU/Christin Losta)

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Legt der Gesprächspartner bei der Verabschiedung seine freie Hand auf die Oberseite des Anderen, ist das Vorstellungsgespräch gut gelaufen. "Dieser Händedruck signalisiert Vertrauen und Respekt", so die Körpersprache-Expertin. "Oft zieht derjenige die Hände noch in Richtung seines Herzens - das ist ein Zeichen besonderer Wertschätzung." Mit dieser Haltung kann man auch langjährige Geschäftspartner oder Kunden begrüßen, um das gegenseitige Vertrauen zu betonen.

(Bild: GU/Christin Losta)

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Ist ein Kandidat für den Job geeignet? Kann der Mitarbeiter nach der Beförderung die Führungsposition wirklich ausfüllen? Besitzt man eine souveräne Ausstrahlung, beantworten Chefs solche Fragen viel eher positiv. "Man muss schon durch seine Haltung zeigen, wie gut man ist", erklärt Matschnig. "Die Dame im Bild wirkt viel weniger kompetent als der Mann, er hätte immer die besseren Karten. Sie macht sich schon durch ihre Haltung klein und schmal." Matschnig rät, auch als Frau die Füße nicht zusammenzustellen, sondern wie der Mann Abstand zwischen ihnen zu lassen. "Stehen die Füße nicht in der Mitte des Körpers, sondern rechts und links auf Höhe des Beckens, verbreitert man den Stand. Schon wirkt man präsenter und souveräner."

(Bild: GU/Christin Losta)

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Nach einem kurzen Smalltalk im Stehen wird der Kandidat gebeten, Platz zu nehmen. An einem runden Tisch sollte sich der Bewerber mit dem Rücken zur Wand setzen, um einen guten Überblick über den Raum zu haben. An einem eckigen Tisch ist der Platz direkt gegenüber des Gesprächspartners eine schlechte Wahl, denn der Tisch baut eine Barriere zwischen den Gesprächspartnern auf. Der rechte Winkel ist dagegen eine gute Anordnung für alle Beteiligten. "So kann man seinen eigenen Körper komplett zeigen, aber auch den des Gegenübers sehen", sagt Matschnig. Dabei sollte man allerdings darauf achten, nicht verkrampft dazuhocken. "Die verknoteten Beine wirken unsicher und nervös."

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Am besten sei es, die Arme locker und entspannt auf die Stuhllehnen zu legen und das Brustbein anzuheben. "So sitzt man automatisch gerade. Diese Sitzhaltung signalisiert allerdings schon Handlungsbereitschaft. Man ist sofort bereit, aufzuspringen und loszulaufen."

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Liegen die Arme locker auf der Stuhllehne, sind die Hände für das Gegenüber gut zu sehen. Dabei passiert Frauen besonders oft ein ganz bestimmter Fehler: Sie verstecken den Daumen in der Faust. "So unterdrücken Frauen oft einen inneren Drang", sagt Monika Matschnig. "Wenn sie nervös sind oder einen Adrenalinstoß haben, versuchen sie, so die Fassung wiederzuerlangen." Diese Geste sollte man vermeiden: Sie wirkt aufgeregt und unkontrolliert.

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Eine andere häufige Handgeste wird mit dem Mittelfinger ausgeführt. Der Mittelfinger wird laut Matschnig nur in besonderen Situationen eingesetzt. "Man denke nur mal an die unschönen Gesten, die man mit dem Mittelfinger ausführen kann. Er signalisiert großen Stolz und viel Selbstbewusstsein." Werde er gebraucht, um auf etwas zu deuten, besitze der betreffende Gegenstand eine große Bedeutung.

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Brillenträger können mit verschiedenen Gesten ihr Gegenüber komplett verunsichern oder ermutigen - je nachdem, wie sie ihre Brille einsetzen: "Schiebt man die Brille auf dem Nasenrücken hoch, signalisiert das Interesse. Dann will man etwas genauer sehen." Rutscht die Brille dagegen runter auf die Nasenspitze, kann man den Gesprächspartner irritieren. "Das ist der klassische, prüfende Professorenblick. Der sagt: Was erzählst du mir denn da?"

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In Präsentationen vor Kunden oder dem Vorstand steht man meist und ist so gut sichtbar für die Zuhörer - da sollte man genau auf seine Körpersprache achten. "Wer seinen Vortrag an einem Flipchart hält, sollte sich seitlich davon aufstellen, sonst sieht das Publikum nichts", so Matschnig. Außerdem sollten ausführende Gesten immer von unten nach oben führen. "Bei einem Lächeln gehen die Mundwinkel auch von unten nach oben - diese Richtung wirkt immer positiv." Die Körpersprache-Expertin rät, ausladende Gesten einzusetzen. "Bei Aufzählungen etwa - Erstens, Zweitens, Drittens - setzen alle Menschen ihre Finger ein, aber nur vor dem Bauch. Dort geht die Wirkung der Gesten völlig verloren. Man sollte sie neben dem Körper ausführen."

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Zudem solle man zuerst die Hände bewegen und erst danach sprechen. "Bewegungen kann der Mensch viel schneller aufnehmen als Worte. Wenn man erst eine Bewegung macht, ist man schon aufmerksam und kann sich auf das, was kurz danach gesprochen wird, viel besser konzentrieren." Diesen Rat sollten vor allem Männer beherzigen: Ihre bevorzugte Haltung sei nämlich die sogenannte Feigenblattstellung. "So stehen Fußballer beim Freistoß. Das wirkt verkrampft. Sie sollten die Arme lieber locker neben dem Körper hängen lassen."

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Cover Körpersprache

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Monika Matschnig: Körpersprache. Verräterische Gesten und wirkungsvolle Signale. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007 ISBN: 978-8338-0789-3

Foto: GU/Alain Daussin/Riser/Getty Images

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