Seminare am See:Symbiose aus Alt und Neu

Das Haus Buchenried am Starnberger See ist eine attraktive Außenstelle der Münchner VHS. Es verbindet moderne mit historischer Baukunst. Hier finden zahlreiche Veranstaltungen zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen statt.

Von Ingrid Brunner

"Wenn ich irgendwo lese oder höre, etwas habe ,nur' Volkshochschulniveau, dann tut mir das jedes Mal in der Seele weh", sagt Christian Haager. Das zeichne ein völlig falsches Bild von der Arbeit der Volkshochschulen. Bevor Haager im Jahr 2014 Akademieleiter im Haus Buchenried wurde, war er acht Jahre lang Programmreferent an der Münchner Volkshochschule (MVHS) in der Zentrale am Gasteig. Die MVHS hat das größte und umfassendste Angebot aller deutschen VHS. Dort gibt es nicht nur die üblichen Töpfer- oder Bongokurse, das sei nur die Spitze des Eisbergs. Ein wichtiger Bereich, sagt Haager, seien vielmehr qualifizierende Maßnahmen: die Bereiche Grundbildung, Schulabschluss-Lehrgänge sowie Deutschkurse und berufsqualifizierende Maßnahmen für Migranten. So nahmen allein im Jahr 2015 circa 30 000 Neuankömmlinge an Deutschkursen oder an Projekten wie "Flüchtlinge in Beruf und Schule" (FLÜB&S) teil.

Haager leitet die wohl schönste Außenstelle der Münchner VHS, die sich denken lässt. Das Haus Buchenried in Berg am Starnberger See gehört seit 1953 der Volkshochschule München. Auf einem 16 000 Quadratmeter großen Hanggrundstück, nur durch eine kleine Zufahrtstraße vom See getrennt, stehen nach wie vor die Villa und das Hackländer Haus, beides typische Beispiele der Starnberger Seearchitektur des 19. Jahrhunderts. Seit 2004 ist das Seminarhaus modernisiert und um zwei in den Hang gebaute Zimmertrakte erweitert. Der Neubau der Münchner Architekten Hirner & Riehl geht eine gelungene Symbiose mit der alten Bausubstanz ein. Nun ist das Haus Buchenried barrierefrei zugänglich und hat 55 zeitgemäße Zimmer, acht Seminar- und großzügige Aufenthaltsräume.

Meist finden mehrere Veranstaltungen - auch zu politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen - parallel statt. Das bietet die Möglichkeit zu interessanten Kontakten und niveauvollen Gesprächen - im besten Sinne auf Volkshochschulniveau. Weitere Informationen: www.mvhs.de.

© SZ vom 13.10.2016
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