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Selbstständige Altenpflege:Kümmern auf Rädern

Eine Nische für Gründer: Private Pfleger besuchen Senioren in ihrem Zuhause. Wer sich selbstständig macht, ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt.

Im Jahr 2030 werden in Deutschland 100 Personen im erwerbsfähigen Alter etwa 50 Menschen im Rentenalter gegenüberstehen. Die meisten dieser alten Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben. Dafür brauchen sie eine individuelle Betreuung. Hier helfen selbständige Altenpfleger: Sie arbeiten nicht zu festgelegten Zeiten im Altenheim, sondern pflegen, betreuen und beraten hilfsbedürftige ältere Menschen zu Hause.

Altenpfleger

Damit Senioren so lange in ihrem eigenen Zuhause wohnen können, wie möglich: Private Altenpfleger betreuen ihre Kunden individuell.

(Foto: AP)

Meist besucht ein privater Pfleger mehrere Klienten am Tag. Möglich ist aber auch, dass man sich nur um einen oder wenige Patienten kümmert. In welchem Umfang ein Klient betreut wird, hängt davon ab, welchen Preis er zu zahlen bereit ist. Je nach unternehmerischer Zielsetzung erbringen ambulante Pflegekräfte entweder ausschließlich Leistungen der Grundpflege und Hauswirtschaft oder zusätzlich medizinische Leistungen, die vom Arzt delegiert werden.

Vor allem unterstützen sie ältere Menschen bei Verrichtungen des täglichen Lebens. Dazu gehört Hilfe bei der Körperpflege, beim Essen oder Anziehen. Sie sprechen mit ihnen, begleiten sie bei Behördengängen oder zum Arzt, leiten sie zu gesundheitsfördernden Übungen oder aktiver Freizeitgestaltung an. Dabei arbeiten sie mit Familienangehörigen und ehrenamtlichen Helfern zusammen und unterweisen diese in Pflegetechniken, was besonders in der ambulanten häuslichen Betreuung wichtig ist.

In der Behandlungspflege und Rehabilitation nehmen Altenpfleger auch therapeutische und medizinisch-pflegerische Aufgaben wahr, wie etwa das Wechseln von Verbänden. Sie helfen in Notfällen, begleiten Sterbende und versorgen Verstorbene. Darüber hinaus führen sie organisatorische und verwaltende Tätigkeiten aus, beispielsweise das Abfassen von Pflegeberichten.

Die Arbeit erfordert ein gewisses Maß an Flexibilität, denn der selbständige ambulante Pfleger ist für seine Klienten viel stärker Bezugsperson, als das zum Beispiel in einem Pflegeheim der Fall ist. Daher gilt es, sich noch stärker auf die Bedürfnisse der Klienten einzustellen und ihnen neben praktischer Hilfe auch menschliche Zuwendung zuteil kommen zu lassen.

Finanziert wird die ambulante Pflege durch die Pflegeversicherung und - wenn diese nicht reicht - durch das Sozialamt oder selbst zahlende Pflegebedürftige beziehungsweise deren Angehörige. Pflegerische und hauswirtschaftliche Tätigkeiten im Rahmen der Pflegestufe richten sich nach dem SGB XI beziehungsweise SGB XII (Hilfe zur Pflege) und werden in sogenannten Leistungskomplexen, die weitgehend einheitlich sind, erbracht.

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So geht's

Voraussetzungen: Altenpfleger ist eine bundesweit einheitlich geregelte, dreijährige Ausbildung. Der schulische Teil wird an Berufsfachschulen für Altenpflege, der praktische Teil in Altenpflegeeinrichtungen durchgeführt. Später kann man sich mit einem Studium in den Bereichen Pflegemanagement oder Pflegepädagogik weiter qualifizieren.

Pflegeheime in der Kritik

Nicht nur beim Füttern eine Hilfe: Private Altenpfleger unterstützen die Familie.

(Foto: ag.dpa)

Formalitäten: Selbständige Altenpfleger sind freiberuflich tätig. Sie brauchen lediglich eine Steuernummer beim Finanzamt, eine Gewerbeanmeldung ist nicht nötig. Sie müssen jedoch dem jeweiligen Landesrahmenvertrag beitreten, einen Versorgungsvertrag abschließen und eine Vergütungsvereinbarung mit den Krankenkassen-Landesverbänden und Arbeitsgemeinschaften der Pflegekassenverbände auf Landesebene treffen.

Chancen: Altenpfleger werden gesucht, der Bedarf wird in Zukunft noch weiter wachsen. Dabei ist die unternehmerische Tätigkeit ausbaufähig: Man kann als einzelne Pflegekraft anfangen, sich in einem Netzwerk organisieren und schließlich, als langfristige Perspektive, einen eigenen Pflegedienst mit mehreren Angestellten eröffnen. Möglich ist auch eine Spezialisierung, zum Beispiel auf die intensivmedizinische oder auch onkologische Versorgung.

Literatur: Mehr Informationen bietet der Ratgeber "30 Chancen für Existenzgründer - Geschäftsfelder mit Zukunft", Redline Verlag, 17,90 Euro.

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