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Schule: Neue Pisa-Studie:"Das ist doch nicht gesund"

Nicht selten kommen Schüler zu Lehrern und suchen Hilfe, weil sie sich angespannt und überfordert fühlen. Viele wissen nicht, was sie später beruflich machen sollen, einige haben Angst, beim Abitur zu versagen. Ulrike Schade verlangt Leistung, aber die Direktorin sieht auch, dass manche unter zu großem Druck stehen. "Das ist doch nicht gesund", seufzt sie, und ein bisschen hört man dahinter auch die Anstrengung, die es für sie selbst und für ihre Kollegen bedeutet, jeden Tag den Unterricht zu meistern und nebenher noch ein reiches Schulleben zu organisieren, mit Wettbewerben, Ausflügen und Aufführungen.

Pisa-Studie: Die Aufgaben

Hätten Sie's gewusst?

Zumindest die Hetze des 45-Minuten-Takts haben sie hier abgeschafft. Es gibt nur Doppelstunden, das schafft ein bisschen Luft, zum Beispiel, um in Chemie in Ruhe experimentieren zu können. Eine neunte Klasse mit lauter Schülern im Pisa-Testalter untersucht gerade, ob Salze aus Ionen bestehen. Frauke Müller, ihre Lehrerin, ist jung, aber didaktisch sehr versiert. Die Jugendlichen sollen möglichst viel selbst herausfinden. Und so sicher, wie sie mit Krokodilklemmen und Filterpapier hantieren, wird schnell klar, dass das Experimentieren für sie nicht etwa nur eine willkommene Verschnaufpause ist. Frauke Müller achtet darauf, dass die Schüler präzise formulieren. Als ein Junge zwischen Atomen und Ionen unterscheidet, lächelt sie: "Das lässt mein Herz höherschlagen."

Fragt man die junge Lehrerin nach Pisa, sagt sie knapp wie die Schüler: "Ich gebe mein Bestes."