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Schreibtisch:Verflixt und zugemüllt

Papierberge, Post-its, Zeitschriften und Büroklammern: Wenn der Schreibtisch mal wieder hoffnungslos vermüllt ist, muss man sich selbst austricksen - oder die Japaner fragen.

Die Papierberge wachsen meterhoch, die Maus kann sich schon gar nicht mehr bewegen und welche Farbe die Arbeitsfläche hat, wissen Sie schon lange nicht mehr. Schon wieder liegt alles kreuz und quer auf dem Schreibtisch. Er scheint das Chaos magisch anzuziehen. Doch Chaoten können den Bann brechen: mit ganz einfachen Tricks oder einem japanischen Ordnungsprinzip.

Chaos-Schreibtisch, iStock

Hilfe! Wenn man im Büro-Chaos versinkt, ist es Zeit zum Aufräumen.

(Foto: Foto: iStock)

Damit die Einladungen, Pressemitteilungen oder Handyrechnungen überhaupt keine Chance haben, sich auf dem Schreibtisch zu stapeln, gilt das Prinzip: Gar nicht erst hereinlassen. Wer weiß, dass er Werbebriefchen und ähnliches nicht gleich in den Papierkorb befördert, kann zum Beispiel die Sekretärin bitten, dieses Chaospotential gar nicht weiterzuleiten.

Schreibtisch-Schlamper sollten unbedingt auch Kataloge oder Zeitschriften, die sie regelmäßig nur flüchtig durchblättern, abbestellen. Das gleiche gilt für die Handy-Rechnung: lieber auf Online-Rechnung umstellen. Falls ausnahmsweise doch mal die schriftliche Fassung nötig ist, schicken die Anbieter auch mal eine Fassung per Post.

Schnipsel mit Erinnerungsfunktion

Notizen, Merkzettel von den Kollegen und Post-its: Viele Papierschnipsel, die auf der vollgekritzelten Schreibtischunterlage herumfliegen, haben eigentlich nur einen Sinn: Sie sollen an eine Aufgabe erinnern, die noch zu erledigen ist. Bevor also die Zettelchen irgendwann unter den Papierbergen verschwinden und ihre Erinnerungsfunktion gar nicht mehr erfüllen können, erledigt man die Aufgabe besser gleich. Zum Beispiel eine Rechnung sofort bezahlen, bevor sie als stets präsente Ermahnung vor der Nase rumliegt. Für Zeitschriften, die zur zwingenden Fachlektüre zählen und schon in Stapeln den Schreibtisch zumüllen, sollte man sich einen zeitlichen Rahmen setzen: zwei Tage darin lesen, wegwerfen, das nächste Heft zur Hand nehmen.

Ist es überhaupt nicht zu schaffen, Zeitschriften und andere Artikel gleich abzuarbeiten, sollten sich chronische Chaoten ein Fach mit der Aufschrift "Zum Lesen" einrichten. Der Clou: Die Ablage sollte nach oben begrenzt sein. Dann ist man nämlich irgendwann zum Handeln gezwungen. Entweder die unterste Schicht wegwerfen oder mal einen Stapel in die Mittagspause mitnehmen. Vor Bahnfahrten oder absehbaren Wartezeiten kann man ebenfalls in das "Zum Lesen"-Fach greifen.

Wer die papierlose Lösung bevorzugt, kann das Material zu einem bestimmten Thema auch einscannen und ein Archiv im Computer anlegen. Doch wer den Schritt in Richtung papierloses Büro gehen will, muss auch hier Zeit investieren. Dafür bringt die Lösung aber auch einige Vorteile mit sich: Die Dokumente sind schneller auffindbar als auf dem vermüllten Schreibtisch, können bequem auf dem USB-Stick mitgenommen und per E-Mail an die Kollegen geschickt werden. Aber man muss auch hier darauf achten, dass nicht auch noch der PC vermüllt: Lieber nicht zu viele Verknüpfungen und einzelne Dokumente separat auf dem Computer-Desktop ablegen; auch hier können Ordner wie "Privat", "Tagung Mai" oder "Kulturprojekt" helfen.

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