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Reputation im Internet:Zauberwort Verdrängung

Das Zauberwort im Netz heißt: Verdrängung. Gerade dann kann es sich also lohnen, Profile bei sozialen Netzwerken anzulegen, Artikel zu veröffentlichen, an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Diese relevanteren Informationen könnten die unangenehmen auf die hinteren Seiten der Trefferlisten verbannen.

Seit etwa einer Woche arbeitet die wichtigste Suchmaschine Google zudem mit einem veränderten Algorithmus: Aktualität wird damit seither noch höher bewertet. Unangenehme Geschichten von früher verschwinden also noch leichter auf den hinteren Seiten.

"Man kann sich durchaus auf die Faulheit der Recherchierenden verlassen", sagt Experte Eck. "Die ersten zehn Treffer sind die wichtigsten, und mehr als 30 durchsucht im Normalfall kaum jemand."

Wer die Verdrängungsstrategie zu aufwendig findet, kann auch auf spezielle Agenturen zurückgreifen, die anbieten, die Online-Reputation ihrer Kunden von allem Negativen zu befreien. Auf diese Imagepolitur gibt es in der Regel allerdings keine Garantie: Denn diese Dienstleister setzen sich meist mit den Betreibern der entsprechenden Seiten in Verbindung und bitten sie, die strittigen Einträge zu entfernen.

Meist sind sie dabei aber auf deren guten Willen angewiesen - es sei denn, die unliebsamen Kommentare oder Berichte sind juristisch angreifbar und man ist auch tatsächlich bereit zu klagen. Im ungünstigsten Fall kann die Aktion zur Imagepolitur allerdings auch nach hinten losgehen: Wenn der Versuch, entsprechende Einträge löschen zu lassen, bei den Angesprochenen schlecht ankommt, legen sie unter Umständen noch einmal nach - und dann bekommt eine vielleicht lange zurückliegende Episode plötzlich unerwünscht neue Aktualität.

Tipp: Ego-Googlen

Eine Ausnahme sind allerdings schwere Beschimpfungen oder Verleumdungen und alles, was in die pornographische Richtung geht - wenn der gekränkte Ex-Partner also etwa private Fotos ins Netz stellt. In all diesen Fällen sollte man sich juristischen Beistand suchen und die Löschung dieser Inhalte durchsetzen.

Besonders wichtig ist aber, die eigene Reputation im Netz ständig im Blick zu behalten: Oft kommen die unerwünschten Einträge auch noch überraschend. Regelmäßig den eigenen Namen in die Suchmaschine einzugeben, könnte sich also lohnen - und ist auch kein übertrieben großer Aufwand. Wer trotzdem lieber professionelle Hilfe in Anspruch nimmt oder wer mit dem Internet gar nichts anfangen kann, kann dafür ebenfalls Dienstleister engagieren.

Diese Agenturen sammeln alle Einträge, die es über ihre Kunden gibt, und schlagen bei negativen Meldungen Alarm. Für Privatleute gibt es diesen Service schon für ein paar Euro im Monat - auf die Dauer wird das allerdings trotzdem ganz schön teuer.

Zumal es einen ähnlichen Informationsservice auch für lau gibt: die Suchmaschine Google etwa bietet einen kostenlosen Alarm-Service an. Den kann man so programmieren, dass man zu einem bestimmten Thema ständig auf dem Laufenden gehalten wird und neue Einträge per E-Mail sofort bei Erscheinen übermittelt bekommt. Wer so einen Google Alert für den eigenen Namen anfordert, bleibt im Normalfall über alles Wichtige informiert.

Es kann sich also auszahlen, im Netz ein bisschen Werbung für sich selbst zu machen - die Zeiten der großen Bescheidenheit sind längst vorbei.

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