Rekrutierungs-Veranstaltungen Jedem seine Messe

Nur mal an den Ständen vorbeischauen oder gleich den Firmenchef überzeugen: Eine Studie zeigt, auf welchen Job-Messen sich am besten Kontakte knüpfen lassen.

Von Von Nicola Holzapfel

Jede macht es anders, doch eines haben alle Jobmessen gemeinsam, nämlich dass Bewerber und Arbeitgeber aufeinander treffen und Kontakte knüpfen. Wie der Kontakt abläuft, ist von Messe zu Messe verschieden: Manche Veranstalter treffen unter den Bewerbern eine Vorauswahl. Wer durchkommt, führt an einem Tag mehrere Vorstellungsgespräche mit verschiedenen Unternehmen oder trifft mit Arbeitgebern in Workshops zusammen. Andere Messen richten sich nur an Studenten oder Berufstätige bestimmer Fachrichtungen. Und dann gibt es die Veranstaltungen, wo jeder Bewerber willkommen ist, der den Eintritt bezahlt.

Kennenlernen, überzeugen, Job angeln - Besucher auf einer Job-Messe

(Foto: Foto: dpa)

Die Unternehmensberatung Kienbaum hat sich trotz der unterschiedlichen Konzepte daran gewagt, die Messen miteinander zu vergleichen. In einer Studie untersuchte sie die Anzahl und Qualität der Kontakte, die Firmen und Bewerber auf den Messen knüpfen.

Unter den deutschen Jobmessen überzeugen demnach access und CareerVenture, die beide eine Vorauswahl unter den Bewerbern treffen, mit der Qualität der Kontakte. Unternehmen, die gezielt nach Kandidaten suchen, sind der Studie zufolge hier gut aufgehoben.

Einen hohen Marketing-Wert für die Arbeitgeber konnte Kienbaum beim absolventen-kongress feststellen, an dem alle Akademiker mit und ohne Berufserfahrung teilnehmen können, sowie bei den Veranstaltungen für Ingenieure und Naturwissenschaftler der Studenteninitiative bonding.

Die connecticum, eine Firmenkontaktmesse in Berlin, sowie die Konaktiva in Darmstadt und Dortmund, wo Studenten auf Unternehmen treffen, sind der Studie zufolge etwas für Bewerber, die sich eher einen generellen Überblick verschaffen wollen.

Kienbaum hat für die Studie 22 deutsche, zehn französische und 32 britische Messen untersucht. Grundlage der Studie sind Interviews mit den Veranstaltern und Internetrecherche.

Auch im internationalen Vergleich konnten die Unternehmensberater Unterschiede feststellen: So geht es in England und Frankreich den Unternehmen mehr um den Marketing-Effekt als um das Kennenlernen geeigneter Bewerber.

(sueddeutsche.de)