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Raucher im Büro:Die Geächteten

Ab vor die Tür: Raucher werden am Arbeitsplatz im Namen des Nichtraucherschutzes immer weiter abgedrängt. Aber auch sie haben Rechte.

Für die einen ist die Zigarette zwischendurch die perfekte Entspannung, den anderen stinkt der Qualm gewaltig. Im Büro prallen mitunter unvereinbare Erwartungshaltungen aufeinander, wenn es um das Rauchen geht. Nichtraucher haben dabei zunächst das Gesetz auf ihrer Seite: Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Mitarbeiter vor dem blauen Dunst zu schützen. Aber auch Raucher haben ihre Rechte.

Paragraf 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches schreibt grundsätzlich Schutzmaßnahmen in einem Betrieb vor. "Demnach ist der Arbeitgeber verpflichtet, alles zu tun, um Gefahr für das Leben und die Gesundheit abzuwenden", sagt der Rechtsanwalt Jürgen Nath aus München. Das beziehe sich auf den Arbeitsplatz eines Mitarbeiters, aber auch auf Toiletten sowie Pausen- und Bereitschaftsräume.

Mittlerweile ist unstrittig, dass Rauchen auch anderen schadet. "Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Passivrauchen schädlich ist", erklärt Nath. Im Mai 2009 hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil (Az.: 9 AZR 241/08) den Grundsatz bestätigt, wonach jedem Arbeitnehmer ein tabakfreier Arbeitsplatz zusteht. Der Arbeitgeber muss Beschäftigte zumindest soweit schützen, wie die "Natur der Dienstleistung" es gestattet.

Die Zeiten sind vorbei

Vorbei sind Zeiten, als in Büros oder auf Fluren unbehelligt dem Laster gefrönt werden durfte. "Das Leben für Raucher ist schwerer geworden", sagt Nath. Wie sehr das Thema Nichtraucherschutz mobilisiere, habe das Volksbegehren in Bayern gezeigt. Im Dezember 2009 sprachen sich etwa 1,3 Millionen Menschen - 13,9 Prozent der Wahlberechtigten - für ein totales Rauchverbot in Restaurants, Wirtshäusern und Bierzelten aus. Nun wird sich in einem Volksentscheid herausstellen, ob die zuvor von der Landesregierung gelockerten strengeren Vorschriften wieder eingeführt werden müssen.

Auch der Rechtsanwalt Torsten Lehmkühler aus Reutlingen findet, dass der Druck auf Raucher zugenommen hat. Seiner Meinung nach liegt das auch daran, dass immer mehr Arbeitgeber wirtschaftliche Nachteile des Rauchens sehen - etwa die Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Raucherpausen sowie längere Krankheitszeiten.

Sie sprechen von Diskriminierung

So manche Raucher sprechen inzwischen von Diskriminierung. Im Internet finden sich Seiten von Raucherclubs, die rigide Verbote mit markigen Worten kommentieren. Auf der Seite raucherclub.info ist etwa zu lesen, Raucher seien zu einem worden.