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Quereinstieg ins Lehramt:Unbefristete Arbeitsverträge in Mangelfächern

In einigen Ländern haben Bewerber nur dann Aussicht auf einen Lehrerjob, wenn sie zwei Fächer lehren können. Mathematikern und Physikern wird dabei oft zugetraut, dass sie die nötigen Kenntnisse im jeweils anderen Fach haben. "Aber bei anderen Fachvertretern kann dies problematisch werden. Notfalls muss noch ein Fach nachstudiert werden", sagt Meidinger. Das geht manchmal ausbildungsbegleitend. So können Bewerber unter Umständen ein Referendariat als Deutschlehrer und gleichzeitig eine Erweiterungsprüfung an der Uni etwa im Zweitfach Spanisch machen.

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Wer in Mangelfächern wie Mathematik oder Physik aushelfen kann, hat größere Chancen als Lehrer eine Stelle zu finden.

(Foto: dpa)

Erfüllen Quereinsteiger die nötigen Voraussetzungen, können sie auch noch verbeamtet werden. Ihre Chancen prüfen sie vorab aber besser genau. Denn andernfalls gerieten sie in "die perspektivlose Situation, sich mit befristeten Verträgen und miserabler Bezahlung durchkämpfen zu müssen", warnt Meidinger. Die Regeln für eine Verbeamtung sind je nach Land unterschiedlich. Die Altersgrenzen schwanken zwischen 35 Jahren in Nichtmangelfächern in Nordrhein-Westfalen und 50 Jahren in Hessen. Wer keine Chance auf Verbeamtung hat, kann zwar in Mangelfächern auch unbefristete Angestelltenverträge bekommen, aber im Staatsdienst in aller Regel nicht ohne abgeleistetes Referendariat.

Meist gilt: Ohne eine pädagogische Ausbildung erhalten Lehrer nur Aushilfsverträge und müssen jedes Jahr zittern, ob der Vertrag verlängert wird oder nicht. Wer nicht in den Staatsdienst will, sondern an eine Privatschule, hat als Quereinsteiger bessere Chancen. Dort seien die Einstellungsbedingungen etwas flexibler, sagt Meidinger. So kann ein fehlendes Referendariat an Privatschulen manchmal durch Unterrichtspraxis ausgeglichen werden.

Will ein Physiker oder Biologe ins Lehramt einsteigen, sollte er die Probe aufs Exempel machen, rät Joachim Lührs, Ausbildungs-Experte beim Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg. Kandidaten sollten zuerst ein mehrwöchiges Praktikum machen. "Und es sollte kein Praktikum an einem Gymnasium sein, wo es gut läuft, sondern dort, wo man Schülern etwas mehrmals erklären muss", sagt er.

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