Privatunis Universität Witten/Herdecke

"Zur Freiheit ermutigen - nach Wahrheit streben - soziale Verantwortung fördern." Motto der Uni Witten/Herdecke

Die Universität Witten/Herdecke ist die erste deutsche Universität in nicht-staatlicher Trägerschaft. Träger ist eine gemeinnützige GmbH. Rund 1.200 Studierende verteilen sich auf die fünf Fakultäten Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Naturwissenschaften und das Studium fundamentale. In vielerlei Hinsicht stellt die Universität eine Besonderheit unter den privaten Hochschulen Deutschlands dar. In Rankings gewinnt sie Spitzenplätze, löst dabei aber heftige Debatten über ihre Lehrformen aus.

Studium fundamentale

Eine innovative Organisationsstruktur wollten die Gründer um den Neurologen Dr. Konrad Schily 1982 schaffen. Sie sollte einen wesentlichen Beitrag zu einer neuen Hochschulkultur in Deutschland leisten. Sinnbildlich hierfür ist das Studium fundamentale ("Stufu"), das in dieser Form einmalig in Deutschland ist. Es handelt sich um ergänzende Studien zum eigentlichen Pflichtstudium, die zur "reflexiven, kommunikativen und künstlerischen Kompetenz" der Studenten beitragen sollen. Zum Beispiel durch Seminare mit dem Titel "Was ist Geschichte?", "Einführung in den Dialog-Prozess" oder über Radiointerviews. Auch eine Theatergruppe, ein Orchester, Instrumentalunterricht oder Malerei und Fotografie stehen im Angebot. Das Schöngeistige in Witten/Herdecke ist auch prüfungsrelevant: Zwei benotete Leistungsnachweise müssen während des Studiums erbracht werden.

Studieninhalte/-aufbau:

Ein grundständiges Studium bietet Witten/Herdecke in den Fächern: - Medizin - Zahnmedizin - Wirtschaftswissenschaften - Pflegewissenschaften

Seit 2002 verfügt auch das Studium fundamentale mit "Philosophie und Kulturwissenschaften" über einen eigenen Bachelor-Studiengang, der künftige Kulturmanager ausbildet. Biochemie kann im Hauptstudium begonnen werden, Pflegewissenschaften wird als Bachelor und Master of Science angeboten. Aufbaustudiengänge gibt es für Musiktherapie und pharmazeutische Medizin.

Insbesondere von der Medizinerausbildung gingen wesentliche Impulse für Veränderungen der Lehre auch in den anderen Fakultäten aus. In vielen Bereichen gibt es in Witten/Herdecke heute keine Vorlesungen mehr, sondern Seminare und Projekte. Problemorientiertes Lernen ("POL") wird groß geschrieben. In den Wirtschaftswissenschaften gestalten Studenten den Lehrplan mit: Sie bestimmen, anhand welcher Beispiele Themen vermittelt werden.

Ausstattung:

Studierenden-Gesellschaft, Alumni-Netzwerk, Career-Service: alles Selbstverständlichkeiten für Witten/Herdecker. Mit einer Chipkarte haben sie 24 Stunden am Tag Zugang zur Uni. Besonders loben Studenten immer wieder den Campus mit dem schicken Unigebäude, das von einem Studententeam in Zusammenarbeit mit einem Architekten entworfen wurde.

Lehrpersonal:

Viele Lehrende kommen aus der Praxis. Angehende Zahnmediziner werden zum Beispiel von Leuten ausgebildet, die selber täglich mit dem Bohrer umgehen. In der Wirtschaftswissenschaft arbeiten beispielsweise im Institute for Mergers and Acquisitions (IMA) Theoretiker und Praktiker zusammen.

Zulassung zum Studium:

Grundvoraussetzung Die einzelnen Studiengänge verlangen unterschiedliche Vorqualifikationen:

- Wirtschaftswissenschaften: Nachweis einer Berufsausbildung (Lehre) oder Nachweis eines Äquivalents (mindestens zwölfmonatige Berufspraxis) oder Nachweis unternehmerischer Kompetenz

- Medizin: Nachweis eines sechsmonatigen Krankenpflegepraktikums bzw. die Praktikumszusage eines Krankenhauses, Belege über etwaige Ausbildung und/oder Berufstätigkeit

- Zahnmedizin: Keine Praktika nötig, das Abitur reicht. Im Auswahlverfahren müssen Zahnärzte in spe aber ihr motorisches Geschick unter Beweis stellen: Sie müssen eine praktische Arbeit mit Zange und Silberdraht oder eine Zeichnung erstellen.

- Biochemie: Vordiplom in Chemie, Biochemie oder Biologie oder Staatsexamen in Medizin

- Pflegewissenschaften: Nachweis einer abgeschlossenen Ausbildung im Pflegebereich vor dem Studium

Auswahlverfahren Hast du diese Voraussetzungen erfüllt, ist der erste Schritt auf dem Weg zur Uni Witten/Herdecke eine ausführliche schriftliche Bewerbung. Diese beinhaltet einen Lebenslauf und eine Begründung, warum man denn ausgerechnet an dieser Uni studieren will. Die jeweilige Fakultät entscheidet dann, wen sie zum Vorstellungsgespräch einlädt. Dieses sieht so aus: Sechs "Prüfer" - sowohl Dozenten der Uni als auch Externe - sitzen jeweils sechs Bewerbern gegenüber. Die Univertreter knüpfen mit ihren Fragen an Punkte aus dem Lebenslauf an. In erster Linie wollen sie sich damit ein Bild von der Motivation des Kandidaten machen. Nach diesem Gespräch entscheidet sich dann, wer an der Uni Witten/Herdecke studieren kann und wer nicht.

Uni-Life:

In puncto außercurriculare Aktivitäten kann sich die Uni Witten/Herdecke durchaus mit so manchem angloamerikanischen Vorbild messen. Ein paar Beispiele: Dominik Dieckmann und Andreas Hoffmann-Sinnhuber entwickelten an der Uni ihre eigene Agentur. Mit "House of Voices" haben sie eine echte Marktlücke entdeckt: Sie bieten Unternehmen für ihre Auftritte (Videopräsentation, Stimme in der Telefonwarteschleife) einen professionellen Sprecher. Ein anderes Studententeam entwickelte mit der neopoly AG und RTL NEWMEDIA ein Börsenspiel. Die studentische Unternehmensberatung NOHETO! entwickelt innovative Ansätze im Consultingbereich. Zu medizinischen Themen finden regelmäßig Kongresse und aktuelle Vorträge statt. Die Zahnmediziner treffen sich regelmäßig zum "wissenschaftlichen Streitgespräch". Die Uni-Mensa wird in studentischer Regie geführt, auch die jährlich rund zwei Millionen Euro an Studiengebühren werden von Studierenden verwaltet. Auch musikalisch tut sich was: Es gibt einen Unichor und ein Uniorchester.

Studiengebühren/Finanzierung:

Alle Studiengänge an der Uni Witten/Herdecke kosten grundsätzlich gleich viel: insgesamt 15.185 Euro bei den Vollstudiengängen, 5.527 Euro bei Aufbaustudiengängen. Das bundesweit einmalige Finanzierungsmodell wurde 1995 von Studierenden unter dem Titel "Umgekehrter Generationenvertrag" entwickelt und sieht folgende Zahlungsmöglichkeiten vor:

Sofortzahlung Der Fixbetrag wird in monatlichen Raten von ca. 250 Euro entrichtet.

Späterzahlung Nach Abschluss des Studiums zahlen die Absolventen acht Jahre lang acht Prozent des dann erzielten Einkommens an die "Studierenden Gesellschaft Witten/Herdecke e.V.". Geringverdiener unter 17.000 Euro Jahresgehalt müssen nichts zurückzahlen; die Obergrenze für Rückzahlungen liegt bei 30.000 Euro

Hälftige Sofortzahlung Diese Variante bedeutet einen Mix aus den beiden anderen Varianten.

Ehemalige Studierende:

Die Aktivitäten für Ehemalige der Uni Witten/Herdecke sind auf der Homepage unter der Rubrik Alumni zusammengefasst. Regelmäßig finden Regionaltreffen statt. Der elektronische Newsletter "Expr@sso" bringt Ehemalige alle drei Monate auf den neuesten Stand, das Studium fundamentale öffnet seine Veranstaltungen für Ehemalige, und zu guter Letzt gibt es eine Jobbörse über uniinterne und -externe Stellen in Partnerunternehmen.

Kontakt:

Universität Witten/HerdeckeAlfred-Herrhausen-Straße 5058448 Witten Tel.: (02302) 926-0 (Zentrale)Fax.: (02302) 926-407E-Mail: public@uni-wh.deHomepage: www.uni-wh.de

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