Plagiatsaffäre um Doktorarbeit Die Staatsanwaltschaft hat Interesse

Aus Sicht der Hochschule hat Guttenberg damit anerkannt, dass an der Aufklärung des Falls und am Abschlussbericht ein öffentliches Interesse besteht. "Auf das Wort verlasse ich mich", sagte Uni-Präsident Rüdiger Bormann am Freitag.

Guttenberg und die Plagiatsaffäre

Abgeschrieben

Auch die Staatsanwaltschaft Hof, die mögliche Verstöße gegen das Urheberrecht prüft, hat frühzeitig signalisiert, sie wolle den Bericht der Uni-Kommission anfordern und für ihre Ermittlungen nutzen.

Guttenberg könnte sich dagegen auf den Standpunkt stellen, dass die Universität Bayreuth seinen Doktorgrad bereits aberkannt habe, dass er nicht Mitglied der Hochschule sei und diese nun kein Recht mehr habe, zu seiner Person Stellung zu nehmen - jedenfalls nicht öffentlich. Bormann will sich mit einem internen Bericht aber nicht zufriedengeben. Er hat Guttenberg schriftlich aufgefordert, Vorbehalte gegen eine Veröffentlichung zurückzunehmen "und eine umfassende Information zu unterstützen".

Guttenberg muss sich nicht selbst belasten

Dass Guttenbergs Dissertation zu weiten Teilen aus einer Collage fremder Texte besteht, ist freilich ohnehin bekannt. Und Plagiatsexperten haben längst dargelegt, dass in diesem Fall eine vorsätzliche Täuschung unterstellt werden muss. Dennoch hat sich Guttenberg, der sich nicht selbst belasten muss, darauf berufen, ihm seien Fehler unterlaufen, ohne dass er bewusst täuschen wollte.

Gutachter werten das als Schutzbehauptung. So habe Guttenberg - offenbar in der Schlussphase seiner Dissertation - seitenlang aus Papieren des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestag abgeschrieben. Eine solche Übernahme könne nicht unbewusst geschehen sein.