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Pädagogen:Was Lehrer wissen müssen

Die Kultusminister haben sich auf einheitliche Standards zur Lehrerausbildung geeinigt. Für mehr als 20 Fächer gibt es nun einen Katalog der Fähigkeiten, die sich angehende Lehrer aneignen sollen.

Pädagogen haben die Einigung der Kultusminister auf einen bundesweiten Rahmen für das Lehramtsstudium begrüßt. Der Philologenverband sprach von einer "großen Leistung". Allerdings handle es sich nur um einen ersten Schritt. Entscheidend sei die Umsetzung an den Universitäten. Es sei nicht sicher, dass die Hochschulen "den Wink der Minister, die Lehrerbildung ernster zu nehmen, wirklich verstehen".

Lehrerin, dpa

Lehrerin: Für mehr als 20 Schulfächer gibt es einen bundesweiten Katalog der Fähigkeiten und Inhalte, die sich Lehrer im Studium aneignen sollen.

(Foto: Foto: dpa)

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte am Donnerstagabend in Saarbrücken "Fachprofile" für das Studium angehender Lehrer beschlossen. Für mehr als 20 Schulfächer gibt es damit einen bundesweit geltenden Katalog der Fähigkeiten und Inhalte, die sich Lehrer im Studium aneignen sollen. Die Fachdidaktik soll ein größeres Gewicht erhalten. Diese komme jedoch immer noch zu kurz, kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Bisher bestimmte jedes Bundesland die Studieninhalte selbst. Die neuen Fachprofile sind vergleichbar mit Rahmenlehrplänen, wobei sie nicht für den Schulunterricht gelten, sondern für die Lehre an den Hochschulen. Das Prinzip ist ähnlich dem der sogenannten Bildungsstandards, die länderübergreifend definieren, was Schüler wissen sollten. Mit den Standards für Schüler und den Fachprofilen für Lehrer will die KMK gewährleisten, dass es trotz der Kulturhoheit der Länder einen gemeinsamen Nenner in der Bildung gibt. So soll auch sichergestellt werden, dass Lehramtsstudenten ohne Probleme die Hochschule und das Bundesland wechseln können.

Eigene Schwerpunkte

Die Länder wollen Studienleistungen wechselseitig anerkennen. Die Fachprofile würden aber nur einen Rahmen definieren, der Ländern und Hochschulen die Möglichkeit lasse, eigene Schwerpunkte zu setzen, betonte die KMK. Rheinland-Pfalz, das bei der Reform des Lehramtsstudiums zu den Vorreitern gehört, war bei der Konzeption federführend. Etliche Wissenschaftler und Pädagogen beteiligten sich an der Arbeit.

Zu ihrem 60-jährigen Bestehen verabschiedete die KMK eine "Saarbrücker Erklärung", in der sie ihre eigenen Leistungen würdigte und "weitere ländergemeinsame Absprachen" ankündigte. Bis 2010 wollen die Kultusminister gemeinsame Kriterien vorlegen, nach denen Techniker, Meister und Fachwirte auch ohne Abitur studieren dürfen. Die Übergänge zwischen Schule, Betrieb und Hochschule sollen einfacher werden.

© SZ vom 18.10.2008/bön
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