Halle/Erfurt (dpa/th) - In Thüringen rechnen die Arbeitsagenturen mit einem erneuten Anstieg der Anträge auf Kurzarbeit wegen des Shutdowns. So sind zur Eindämmung der Corona-Pandemie neben der Gastronomie, Hotellerie und Veranstaltungsbranche seit Mitte Dezember auch Dienstleister wie Friseure und Geschäfte im Einzelhandel von Schließungen betroffen. Arbeitgeber nutzten die Kurzarbeit derzeit, um ihre Mitarbeiter in der Krise halten zu können, sagte ein Sprecher der in Halle ansässigen Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. Das Ausmaß der Kurzarbeit werde sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
Beschäftigte erhalten laut Arbeitsagentur bislang in Deutschland 60 Prozent des Netto-Entgelts als Kurzarbeitergeld, Beschäftigte mit mindestens einem Kind 67 Prozent. Mit längerer Bezugsdauer erhöht sich die Leistung. Die Arbeitgeber zahlen sowohl das Arbeitsentgelt für geleistete Arbeitsstunden als auch das Kurzarbeitergeld an ihre Beschäftigten im Voraus aus. Sie bekommen es dann von der Arbeitsagentur zurück. Vor allem mehrmals von Schließungen betroffene kleine Unternehmer fürchten, die Zahlungen mangels Rücklagen nicht mehr stemmen zu können.
In Deutschland waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vor allem wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr so viele Menschen in Kurzarbeit wie noch nie zuvor. Der bisherige Höchststand wurde im April erreicht, mit knapp sechs Millionen Menschen. Bis September ging die Zahl auf 2,22 Millionen zurück.
In Thüringen waren von März, dem Ausbruch der Pandemie, bis Oktober bei den Arbeitsagenturen rund 27 600 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Dahinter standen 317 000 Beschäftigte. Im November stieg die Zahl der neuen Kurzarbeitsanzeigen deutlich an, mit 1400 Anzeigen für 10 800 Beschäftigte, wie der Sprecher erklärte.
Am stärksten betroffene Wirtschaftszweige waren bereits im März und April die Bereiche Gastronomie und Beherbergung mit knapp 600 Anzeigen für 4000 Beschäftigte. Zum Vergleich: Im Oktober wurden bei den Arbeitsagenturen in Thüringen von Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen nur noch 300 Anzeigen für 3400 Beschäftigte gestellt.
