Neue Namen für Fachhochschulen:Alles Unis oder was?

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Ingenieur- und Klosterschulen

Hartmut Ihne, Präsident der FH Bonn-Rhein-Sieg, ist trotzdem überzeugt von den Vorteilen des neuen Namens: "Die Begriffe 'Hochschule' oder 'Hochschule für angewandte Wissenschaft' bringen beide sehr klar die veränderte Situation der FHs und ihre neuen Herausforderungen zum Ausdruck", erklärt der Präsident. "Wir sind eben heute nicht mehr nur die Nachfolger der Ingenieurschulen - genauso wenig wie die Universitäten heute längst nicht mehr nur die Nachfolger der Klosterschulen sind, aus denen sie entstanden."

Aber nicht überall wird eine Umbenennung so positiv aufgenommen. Jürgen Schröder, Rektor der Hochschule Heilbronn, hält sie für kontraproduktiv: "Die Umbenennung war nicht nötig, in meinen Augen sogar ungeschickt. Hochschule ist ein Sammelbegriff. Das eindeutige und die Fachhochschulen auszeichnende Profil der angewandten, praxisorientierten Ausbildung wurde verwässert." Die HS Heilbronn erhielt wie die HS Karlsruhe mit dem neuen Landeshochschulgesetz in Baden-Württemberg 2005 den neuen Namen.

Neuer Name - neues Logo

Für das Image und den Erfolg einer Fachhochschule oder Hochschule dürften letzten Endes aber andere Faktoren als der Titel ausschlaggebender sein, der Meinung ist auch Hartmut Ihne: "Das gute Image, das unsere Hochschule hat, hängt nicht vom Namen ab, sondern von der Qualität unserer Lehre. Das mag für Marketing-Fachleute schwer zu verstehen sein, doch Namen sind Schall und Rauch."

Umso schlimmer, dass sich einige Fachhochschulen mit ihrem neuen Namen gleich ein neues Logo, einen neuen Internetauftritt und eine kostspielige Marketingkampagne leisten. Das Geld dafür wäre, davon sind die Studenten überzeugt, besser in die Lehre investiert.

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