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Neue Jobs in der Gesundheitsbranche:Keine Illusionen, was das Gehalt angeht

Neue Berufe entstehen auch in den Krankenhäusern: Case-Manager übernehmen die komplette Organisation von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung. Gefäßassistenten entlasten Ärzte in der Gefäßchirurgie und operationstechnische Assistenten übernehmen während den OPs teils ärztliche Aufgaben.

Mehr als die Hälfte der Ärzte braucht nach Zahlen des Marburger Bundes täglich mehr als zwei Stunden für Papierkram. "Ärzte sollen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren", sagt Ralf Neiheiser von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin. Das Personal in den Krankenhäusern spezialisiert sich ebenfalls. "Das fängt bei sechs Monate langen Weiterbildungen an und hört beim Bachelor- und Masterstudium auf", sagt Neiheiser.

Waren die Aufstiegschancen für Krankenschwestern und -pfleger früher eher begrenzt, sind sie heute deutlich besser. Noch nicht alle Weiterbildungen sind bisher staatlich anerkannt oder bundeseinheitlich geregelt. Für viele hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft aber Empfehlungen verfasst. Wer bereits eine Ausbildung absolviert hat und sich weiterbilden möchte, sollte deshalb mit der Personalabteilung des eigenen Krankenhauses sprechen und die Empfehlungen der DKG studieren.

Wer einen Beruf in der Gesundheitsbranche wählt, darf sich aber keine Illusionen machen: Aufgrund des zu erwartenden Fachkräftemangels müssen sich Arbeitnehmer und Selbstständige auf eine hohe Arbeitsbelastung einstellen. Schon jetzt sei sie unter Klinikärzten teilweise "unerträglich hoch", so der Marburger Bund. "In den Krankenhäusern werden die Schwestern im Jahr 2030 durchschnittlich 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, wenn die Versorgungsqualität nicht absinken soll", sagt Harald Schmidt von Pricewaterhouse Coopers.

Hohe Gehälter bleiben wohl den Ärzten vorbehalten. Die Löhne werden sich nach Expertenmeinung kaum ändern - denn der Kostendruck wird bleiben. "Mehr Geld wird es für das Gesundheitssystem insgesamt nicht geben", sagt Schmidt. Um die steigende Nachfrage dennoch bewältigen zu können, ohne 60 Stunden in der Woche zu arbeiten, müssten die vorhandenen Ressourcen "intelligenter eingesetzt werden". Experten sehen deshalb gute Chancen für sogenannte Medizinische Versorgungszentren, gerade in ländlichen Gebieten. Sie sollen Kliniken und Einzelpraxen künftig ersetzen und Ressourcen bündeln.

© sueddeutsche.de/dpa/Vivien Leue/holz
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