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Menschenkenntnis im Büro:Alles eine Typfrage

So sehr ich jedoch versuche, mich über einen Perspektivenwechsel in mein Gegenüber einzudenken: Wie erkenne ich, was der Kollege wirklich will? Wie finde ich heraus, auf welche Art von Ansprache er am ehesten reagiert? Für Betschart ist das eine Frage der Menschenkenntnis - und die kann man seiner Meinung nach lernen. "Das ist wie mit einer Fremdsprache, am Anfang ist es vielleicht ein bisschen schwierig und man macht Fehler, aber irgendwann geht es automatisch", sagt er - und schwört allen Individualitäts-Theorien zum Trotz auf eine Drei-Typen-Einteilung.

Laut Betschart gibt es den rotdominanten Menschen, den Macher, den Dynamischen, den Zupackenden. Der gründominante Typ sei der "Gemütsmensch", der Gesellige, Gemütliche, Kontaktfreudige. Und dann gebe es noch den Vernunfts-Typen, der abwägt, analysiert und überlegt, bevor er handelt, von Betschart als blaudominant kategorisiert. Alle drei Typen erfordern laut dem Schweizer besondere Umgangsformen. Wer die durchschaue, der habe im Nu das Vertrauen und die Sympathie der anderen sicher - obwohl es natürlich auch Mischformen gebe.

"Der Rotdominante braucht viel Anerkennung, also gebe ich sie ihm doch. Der Blaudominante braucht Fakten und Zahlen, also gebe ich sie ihm", sagt Betschart. An den Gründominanten kommt er am ehesten während einer gemeinsamen gemütlichen Kaffeepause heran.

Obwohl sie wissenschaftlich mehr als umstritten ist, schwört Betschart auf die Analyse und Typologisierug des Körperbaus. So wisse er schon nach dem ersten Blick, wie er mit neuen Kollegen am besten umgeht, sagt er. "Der rote Macher-Typ hat meist einen breiten, kräftigen Körperbau und gut entwickelte Muskulatur. Oft prägen markante Züge und eine deutlich ausgeprägte Kinnpartie sein Gesicht." Arnold Schwarzenegger und Tina Turner seien solche zupackenden Typen.

Wenn der neue Kollege hingegen eher rundlich ist, zu Übergewicht neigt, eine weiche Haut und kurze Finger hat, dann steht laut Betscharts Theorie ein geselliger grüner Gemütstyp vor einem. Ein freundschaftlich-vertrautes Gespräch kann demnach nicht schaden.

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