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Mediengestalter:Kreative Köpfe haben Zukunft

Der Mediengestalter ist ein Allround-Talent. Neben künstlerischen Neigungen braucht er handwerkliches Geschick und technisches Verständnis.

Zu den Hauptaufgaben eines Mediengestalters für Digital- und Printmedien gehört die Aufarbeitung grafischer Vorlagen am Computer und die Gestaltung von Web-Seiten. Dazu kommt die digitale Bearbeitung von Videobildern sowie die Verwaltung der Daten.

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Angehende Mediengestalter bei der digitalen Bildbearbeitung.

Erst 1998 ging das Berufsbild des Mediengestalters aus vier ehemals unabhängigen Berufen hervor. Reprografiker, Reprohersteller, Schriftsetzer und Werbevorlagenhersteller wurden nach und nach vom Mediengestalter abgelöst. Veränderte Anforderungen in der Medienbranche hatten diese Entwicklung in Gang gesetzt.

Bereits wenige Jahre später ist der neue Beruf keine Seltenheit mehr. Einer Erhebung des Bundesinstitutes für Berufsbildung in Bonn zufolge gab es im vergangenen Jahr schon über 5000 Mediengestalter - mit steigender Tendenz.

"Für meine Lehrlingsstelle gingen weitere 50 Bewerbungen ein", sagt Isabell Kamp, Auszubildende im zweiten Lehrjahr in einem mittelständischen Unternehmen in Troisdorf bei Köln. Im vergangenen Jahr sei der Andrang auf den einzigen Lehrplatz der Firma nochmals erheblich gestiegen. Das wachsende Interesse am Beruf des Mediengestalters kann Isabell Kamp jedoch gut nachvollziehen. Denn die Ausbildung gestaltet sich sehr abwechslungsreich. In ihrem Unternehmen ist sie von der Beratung des Kunden über die Organisation bis hin zur kreativen Durchführung eines Auftrages überall dabei.

Schwerpunkte wählen

Neben Flexibilität und Teamfähigkeit ist bei der Ausbildung zum Mediengestalter ein hohes Maß an technischem Verständnis für die Arbeiten mit dem Computer, etwa Bildbearbeitungs- oder Layout-Programmen, erforderlich. Das lernen die Auszubildenden vor allem während vierwöchiger Unterrichtsblöcke, für die sie alle drei Monate die Berufsschule besuchen.

In der Berufsschule wird das Basiswissen in den vier verschiedenen Fachrichtungen, die das Berufsbild des Mediengestalters zusammenfasst, vermittelt. Das seien die Richtungen Operating, Technik, Mediendesign und Mediengestaltung sowie Beratung, sagt Martin Joseph, Ausbildungsberater für die Design- und Druckindustrie bei der Industrie- und Handelskammer in Hamburg.

Mit Beginn der Lehre müssen sich die Azubis jedoch festlegen und eine der Fachrichtungen als Schwerpunkt wählen. Die Prüfungen vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind dementsprechend unterschiedlich gestaltet.

Durchsetzungsvermögen zeigen

Die Ausbildung kann entweder im Verlagswesen - dem "Print-Bereich" - oder bei Multimedia-Agenturen absolviert werden. "Wir bilden derzeit 26 Lehrlinge aus", sagt Friedel Kathöfer, Vorstufenleiter bei der Mohn Media AG, einer Tochterfirma der Bertelsmann Arvato AG in Gütersloh.

Um einen der begehrten Ausbildungsplätze zu ergattern, sei wenigstens die Mittlere Reife, besser noch die Höhere Handelsschule oder das Abitur, erforderlich. "Allerdings entscheidet nicht nur der Schulabschluss, sondern vor allem das Abschneiden in den Auswahltests", sagt Kathöfer. Dabei wird die Eignung der Bewerber getestet. Besonders wichtig für angehende Mediengestalter sind Farbsicherheit und räumliches Vorstellungsvermögen.

"Unseren Lehrlingen wird von Anfang an viel Kompetenz übertragen", sagt Friedel Kathöfer. Wer dabei nicht belastbar sei, könne sich in diesem Beruf nicht durchsetzen. Dafür wird der Einsatz der Lehrlinge in allen Betrieben auch nach Tarif entlohnt. Im ersten Lehrjahr erhalten sie ein Gehalt von rund 1300 Mark im Monat, im zweiten 1400 und im dritten Jahr 1500 Mark. Ein Berufseinsteiger wird gut 4000 DM brutto auf seinem Konto verbuchen können.

Experten sind sich einig: Der Beruf des Mediengestalters für Digital- und Printmedien hat Zukunft. "Durch die zunehmende Digitalisierung wird man auf sie nicht mehr verzichten können", sagt Martin Joseph von der Handelskammer Hamburg. Und auch die Auszubildende Isabell Kamp blickt rosigen Zeiten entgegen: "Gerade habe ich das Angebot bekommen, in meiner Firma bleiben zu können".

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