Manager-Typologie – Der Selbstdarsteller

So erkennt man ihn

Ihm begegnet man regelmäßig in den Chefetagen dieser Republik. Denn ein Selbstdarsteller macht Karriere, er ist prädestiniert dafür zu führen. Er ist wenig einfühlsam, bemerkt die Probleme seiner Mitarbeiter nicht, und er stiehlt ihnen gerne die Show, wo er nur kann. Gerade die besten Ideen seiner Leute präsentiert er vor Kunden oder vor anderen gerne als die seinen. Er kennt sich nicht unbedingt in allen Dingen gut aus, würde aber nie auf die Idee kommen, seine eigene Großartigkeit infrage zu stellen. Gleichzeitig braucht er auch Bewunderung, davon lebt er. Und mit direkter Kritik kann er nun wirklich nicht umgehen. Nein, infrage stellen sollte man diesen Chef nicht.

So geht man mit ihm um

"Ich finde, es ist nicht so schwierig, mit einem Selbstdarsteller umzugehen", erklärt Beraterin Anja Beenen. "Das Wichtigste ist, dass Sie einen Zugang zu ihm finden, eine persönliche Verbindung." Und das funktioniert bei ihm eben vor allem über die Bewunderung. "Sie müssen ihm ja nicht gleich einen roten Teppich ausrollen, aber zeigen Sie ihm Ihre Wertschätzung, wo es Ihnen möglich ist", rät Beenen. Darüber freut sich ein solcher Chef sehr, und dann kann man auch mal gemeinsam toll sein. Wer suggeriert: Ich wäre auch gerne wie Sie, und Sie könnten mir dabei helfen, indem Sie mich in der Präsentation auch einen Teil übernehmen lassen, für den hat der ein oder andere Selbstdarsteller durchaus Verständnis und auch Sympathien. Konfrontative Kritik sollte man dagegen tatsächlich vermeiden: "Wenn Kritik, dann nur verbunden mit sehr viel persönlicher Wertschätzung."

21. Dezember 2012, 14:032012-12-21 14:03:11 © SZ vom 26.11.2012/wolf/rus